Salzwedel l Es gibt ihn bereits seit 25 Jahren, den Ortsverband des Technischen Hilfswerkes (THW) in Salzwedel. Seitdem haben die Mitglieder zahlreiche Übungsstunden und Einsätze im Dienste der Bürger absolviert. Von der Tierrettung, über Hochwassereinsätze bis zur Bergung eines gestrandeten Lastschiffes auf der Elbe reicht die Bandbreite der technischen Hilfeleistungen. Am Sonnabend blickte der Ortsverein gemeinsam mit Besuchern auf seine Geschichte zurück.

Lisa Sauer ist stolz auf ihre Uniform. Seit dem Sommer gehört die 13-jährige Schülerin aus Wustrow zum THW Salzwedel. Am Sonnabend konnte sie anlässlich des Jubiläums der Ortsgruppe erstmals ihre Dienstkleidung tragen. Stolz sind natürlich auch die Kameraden des Technischen Hilfswerkes auf ihre Jugendgruppe. Immerhin zählt diese 25 junge Mitglieder.

Jugendliche lernen viel

„Einem Ortsverband ohne Nachwuchsarbeit fehlt etwas. Schließlich sind unter den Jugendlichen von heute die Mitglieder, Zugführer und Ortsbeauftragten von morgen“, stellte Sebastian Gold, Landesbeauftragter des THW-Landesverbandes Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt fest. Auch die Jugendlichen profitieren in ihrer persönlichen Entwicklung von der Arbeit des THW.

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„Wir setzen uns uneigennützig für die Menschen ein, vor Ort, national und international. Wer in einen Ortsverband eintritt, setzt sich auch für die Welt ein und wirkt daran mit, der Spaltung unserer Gesellschaft ein Stück weit entgegen zu wirken“, betonte Gold.

Als Ortsbeauftragter blickte Nico Lesch auf die 9125 Tage des Bestehens des THW in Salzwedel zurück. Die Geschichte begann bereits im Jahr 1993 mit der Ernennung des ersten Ortsbeauftragten Dr. Ulrich Ungewickell und der Stationierung des ersten Fahrzeugs, einem IFA L 60, in Salzwedel.

65 Keller leergepumpt

Als erster Einsatz steht die Suche nach dem Ulanendenkmal am 9. Juli 1993 in der Chronik. Knapp einen Monat später wurde es richtig ernst für die Kameraden. Nach einer Unwetternacht pumpte das THW gemeinsam mit der Salzwedeler Feuerwehr mehr als 65 Keller leer. In den folgenden Jahren war das THW bei Hochwasser, Waldbränden und nach Stürmen gefordert. Als bislang schwerster Einsatz ging das Zugunglück in Hordorf im Jahr 2011 in die Geschichte des Ortsverbandes ein.

Natürlich bringt sich das THW mit seinen Erfahrungen auch außerhalb von Notfällen regelmäßig in das gesellschaftliche Leben ein. So sichern die Kameraden seit elf Jahren als Partner der Werbegemeinschaft das jährliche Radrennen ab und unterstützen öffentliche Einrichtungen. Auch jenseits der deutschen Grenzen ist die Ortsgruppe ein gefragter Partner. So gibt es seit 2007 die enge Zusammenarbeit mit dem polnischen Katastrophenschutz und insbesondere mit der staatlichen Feuerwehrschule Borne.

Spitze bei Unterwasserortung

Besondere Kompetenzen konnten die Salzwedeler im Bereich der Unterwasserortung entwickeln. Allein hier gab es seit 1996 insgesamt 31 Einsätze. Nicht vergessen ist zudem der Aufbau der Jugendgruppe im Jahr 2012. Anke Sachser und Jörg Lichtenknecker stellten sich dieser Aufgabe.

Als sicher gilt, dass es auch in den kommenden 25 Jahren genügend Aufgaben für das THW geben wird. Geprägt sind diese allerdings durch tief greifende gesellschaftliche und ökologische Veränderungen, blickte Nico Lesch an Ende der Festveranstaltung voraus. So soll es künftig eine Fachgruppe für Notversorgung und Not- instandsetzung für die zweite Bergungsgruppe im Technischen Zug geben. Diese Gruppe könnte durchaus ein weites Betätigungsfeld für die aktuellen Mitglieder der Jugendgruppe bieten.