Diesdorf l Drei Völker leben im Bienenhaus, das im Musumsgarten steht. Es gehörte einst dem Jübarer Dorfschullehrer Alfred Bock und galt in den 1930er Jahren als besonders modern, weil es sowohl die Korbimkerei ermöglichte, als auch Holzbeuten beherbergte. Burkhard Herfort, stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins Beetzendorf, holte am Sonntagnachmittag die Beuten aus den Bienenkästen, um sie den Besuchern zu zeigen. Als Beute wird die Behausung der Bienen bezeichnet. Später demonstrierten weitere Vereinsmitglieder wie aus den Waben der Honig geschleudert wird.

Beim Aktionstag rund um die Imkerei, den die Vereinsmitglieder gemeinsam mit den Mitarbeitern des Museums organisiert hatten, gab es jede Menge Informationen, zu den Bienen, zur Imkerei und dazu was alles aus Honig und Wachs hergestellt werden kann.

Dabei erfuhren die Gäste auch, dass es um die Bienen schlecht bestellt ist. Umweltgifte schwächen sie und machen sie anfälliger für Krankheiten. Besonders ein Parasit, die Varroamilbe, gilt weltweit als bedeutsamster Bienenschädling und hat schon ganzen Völkern den Garaus gemacht.

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Der Milbenkiller

Imker Jürgen Schulz hat einen winzigen Helfer, der die Larven der Milben zum Fressen gern hat. Der Bücherskorpion. Er lebt vermutlich schon seit Jahrzehnten in den Beuten, die Jürgen Schulz von seinem Vorgänger übernommen hat. Bei starkem Befall könne der Skorpion auch nicht mehr helfen. „Aber er ist mein Freund“, sagte der Imker schmunzelnd. Unter der Lupe konnten die Gäste den Milbenkiller einmal ganz genau betrachten.

Burkhard Herfort macht sich Sorgen um die Bienen. Bisher hätten sie die extreme Trockenheit ganz gut überstanden. Die Lindenblüte sorgte für ausreichend Futter. „Wenn es noch länger so trocken bleibt, wird es kriminell“, befürchtet er. Denn es wachsen kaum blühende Pflanzen nach und auch der so genannte Blatthonig vertrocknet.

Schwieriger Sommer

Es sei im Sommer für die Bienen ohnehin schwierig geworden, genug Nahrung zu finden. „Die Landwirtschaft macht uns zu schaffen“, erklärt er. Die intensive Bewirtschaftung der Wiesen, weggepflüge Wegränder, mitgespritzte Feldraine hätte zur Folge, dass es kaum noch Wildblumen gebe.

Und auch die Kleingärtner, die gut gepflegten Rasen Blumenbeeten vorziehen und jede Laus an der Rose mit Chemie bekämpfen, bieten in ihren Anlagen nur noch wenig Futter für die Honigsammler, sagte er ernst. Deshalb setzen die Imker viel Hoffnung in das Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat und von Neonikotinoiden als Insektizide. „Diese Nervengifte machen die Bienen orientierungslos“, berichtet Burkhard Herfort. Zudem wünsche er sich mehr Ökolandbau, der weitgehend ohne Spitzmittel auskommt.