Salzwedel l Lack und Chrom glänzten in der Septembersonne, in einer Reihe standen die größten und modernsten Lösch- und Einsatzfahrzeuge vor ihren Garagen. Und das Beste daran, die Türen standen offen. Jeder, der wollte, konnte den Fahrer- oder Beifahrersitz erklimmen und sich wie ein Feuerwehrmann im Einsatz fühlen. Diese Chance nutzten vor allem die Kinder, die mit ihren Eltern zum Tag der offenen Tür auf das Gelände der Salzwedeler Feuerwehr gekommen waren. Während sich die Väter mehr für Technik interessierten, nahmen Sohnemann oder Töchterchen hinter dem Lenkrad Platz.

Doch es wurde noch viel mehr geboten für die Jungen und Mädchen. Sie konnten sich am heißen Draht versuchen, einmal ausprobieren wie Schläuche gekuppelt werden, mit Wasser Büchsen herunter spritzen und vieles mehr.

Übung der Jugendfeuerwehr

Die Jugendfeuerwehr hatte dahingehend einiges vorbereitet und in einer kleinen Vorführung auch gezeigt, was die Mitglieder bereits gelernt haben. 20 Kinder und Jugendliche gehören aktuell der Nachwuchstruppe an. Sie treffen sich jeden Dienstag, 18 Uhr. Jeder, der dabei sein möchte, ist willkommen.

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Darum ging es der Feuerwehr. Nachwuchs zu gewinnen. Zum einen bei der Jugend, aber auch bei den Aktiven. Deren Zahl hält sich konstant bei um die 50. Momentan sind es 54 Wehrmitglieder, die einsatzbereit sind und sich ehrenamtlich in den aktiven Dienst für ihre Mitbürger stellen. „Wir könnten gut und gerne die doppelte Anzahl haben“, sagt Ortswehrleiter Mario Müller. Denn mit der sogenannten Tagesverfügbarkeit, ist es auch bei den Salzwedelern eng. „Viele unserer Aktiven sind Pendler“, erklärt der Wehrleiter.

Nach Ernte etwas ruhiger

Dennoch sei die Wehr gut aufgestellt, schätzt er ein. Das „Tagesgeschäft“ laufe normal. Nachdem die Getreideernte vorüber ist, sei es momentan etwas ruhiger. Der Wehrchef ist froh, dass die Region rund um Salzwedel angesichts der großen Trockenheit noch glimpflich davongekommen ist. Große Waldbrände blieben aus. „So etwas wie in Lübtheen oder vor einigen Jahren in Bombeck wollen wir nicht haben“, sagte er. Dennoch seien die Aktiven beansprucht gewesen, weil sie oft zur Unterstützung anderer Wehren mit ausgerückt sind. Und nach der Getreidesaison kommt der Herbst mit seinen Stürmen. Langweilig wird es also nie bei der Feuerwehr. Sie biete neben der Tätigkeit mit modernster Technik auch Kameradschaft und Zusammenhalt.

Und das demonstrierten die Salzwedeler Wehrleute ihren Gästen eindrucksvoll. Hatten sie doch wieder für eine Rundum-Versorgung gesorgt – von der Torte bis zur Erbsensuppe reichte die Palette. Für letztere hatten sich die Ehrenamtlichen besonders ins Zeug gelegt und gefühlt tonnenweise Kartoffeln geschält. Am Ende freute sich der Ortswehrleiter über die gute Resonanz auf das Angebot, und dass so viele junge Familien gekommen waren.

Nicht nur die Feuerwehr sucht Nachwuchs. Auch eine andere Hilfsorganisation freut sich über Zuspruch – das Technische Hilfswerk (THW). Dessen Ortsverbandsmitglieder nutzten den Tag der offenen Tür, um auch ihr Ehrenamt vorzustellen.