Volksstimme: Gibt es Vornamen, die vom Standesamt nicht zugelassen werden?

Sandra Dittfach: Bei uns gab es so einen Fall bisher noch nicht. Wenn wir aber Zweifel an einem Namen haben, verlangen wir eine Bescheinigung der Namensberatungsstelle an der Universität Leipzig. Die Beratungsstelle sagt den Eltern dann, ob sie ihr Kind so nennen können oder nicht.

Darf man seinem Kind einen gleichgeschlechtlichen Namen geben wie etwa Luka?

Mittlerweile ist alles sehr locker geworden – wenn Eltern ihr Kind Luka nennen wollen, können sie das tun. Früher musste man dem Kind noch einen Zweitnamen geben, der eindeutig männlich oder weiblich ist. Das ist heute aber nicht mehr so. Der Name darf nur nicht diskriminierend wirken.

Wie viele Vornamen darf man seinem Kind geben? Gibt es eine Grenze?

Genau kann ich das nicht sagen. Meistens hat ein Kind zwei bis drei Namen. Letztens hatten wir aber beispielsweise ein Pärchen, das seinem Neugeborenen fünf Vornamen gegeben hat.

Kann man einen Namen im Nachhinein noch ändern?

Nein, das geht nicht. Die Eltern haben aber vom Geburtsdatum des Kindes an einen Monat Zeit, um sich auf einen Namen festzulegen.

Welchen Nachnamen trägt das Kind, wenn beide Elternteile ihren Familiennamen behalten haben?

Das kommt ganz auf das Sorgerecht an. Ist die Mutter ledig, hat sie automatisch das Sorgerecht – und das Kind trägt ihren Namen. Wenn das Kind heißen soll wie der Vater, wird eine sogenannte Namenserteilung gebraucht, der der Vater zustimmen muss und die auch Geld kostet.

Und wie sieht das bei verheirateten Paaren aus?

Haben beide das Sorgerecht für den Sprössling – sind also verheiratet oder haben eine Sorgeerklärung beim Jugendamt abgegeben – können sie sich aussuchen, welchen Nachnamen sie ihrem Kind geben wollen. Was dabei aber beachtet werden muss: Der Name, für den sie sich entscheiden, muss dann auch für alle zukünftigen Kinder beibehalten werden.