Filmwettbewerb

Jugendliche in Salzwedel wollen gehört werden

Sie drehen ihren eigenen Wahlspot: Die Forderungen von drei Jugendlichen aus dem Altmarkkreis Salzwedel wurden vom Offenen Kanal Salzwedel für die filmische Umsetzung ausgewählt.

Von Nayra Fandrich
Mit Unterstützung von Filmprofis und ausgestattet mit professionellem Equipment wird ihre Idee zur Wirklichkeit. Im Studio des Offenen Kanals soll   Lennards (von links) und Emilias Film gedreht werden.
Mit Unterstützung von Filmprofis und ausgestattet mit professionellem Equipment wird ihre Idee zur Wirklichkeit. Im Studio des Offenen Kanals soll Lennards (von links) und Emilias Film gedreht werden. Foto: Nayra Fandrich

Salzwedel

Gerade in einem Superwahljahr konfrontieren die Wahlprogramm der Parteien die Menschen fast täglich. Bunt bedruckte Wahlplakate und hitzige Debatten im Fernsehen zwingen ihre Interessen auf. Jugendliche werden dabei meist übersehen, denn sie sind noch nicht wahlberechtigt. Deshalb hat der Landesverband Offene Kanäle den Filmwettbewerb „Kreuzweise – Wahlspots umgedreht“ ins Leben gerufen.

Bei der Ausschreibung wurden Jugendliche dazu aufgefordert, ihre Ideen für einen eigenen Wahlspot zu entwickeln. Was sind die Themen der Jugend? Wofür setzen sie sich ein? Was muss sich ändern? Sie sollten untereinander in den Wahlkampf ziehen und um die Stimmen der Jury kämpfen. Mitte Mai wurden die spannendsten Ideen für eine filmische Umsetzung ausgewählt. Unter den zehn Siegern waren gleich zwei aus dem Altmarkkreis. Einmal die Klassenkameraden Emilia Ackermann (15) aus Jävenitz und Lennard Broeske (15) aus Gardelegen und als weitere Gewinnerin die 19-jährige Mohadese Ghorbani, die beim Pressetermin nicht anwesend war.

„Emilia und Lennard sind auf dem Weg zum Schulbus. Emilia schleppt einen schweren Rucksack voll mit Schulbüchern und ist außer Atem. Lennard hat nur einen schmalen Rucksack mit einem Tablet, geht schnell und lächelt.“ Ihre Drehanweisung ist klar formuliert. Schon nach den ersten Sätzen ist eindeutig, worauf das Gewinnerteam aufmerksam machen will: Digitalisierung an Schulen. Sie wollen nicht mehr schwer schleppen. Durch die Gewichtsreduzierung von zig Büchern zu einem Tablet hätte man mehr Energie für die Schule, so Lennard. Außerdem wären die Schüler besser miteinander vernetzt und die Kommunikation wäre leichter.

Ich will, dass sich in der Welt etwas ändert!

Emilia Ackermann„Man könnte im Unterricht auch bildlich besser arbeiten“, ergänzt er noch. Die Reaktion von Freunden sei durchweg positiv gewesen. Es sei auch ein Wunsch von Altersgenossen, an der Stelle etwas anzupacken und zu verändern, gerade weil es die Jugendlichen in ihrem täglichen Leben betrifft.  

Auch die weitere Gewinnerin aus dem Altmarkkreis hat ein vielversprechendes Projekt eingereicht. Mit dem Spot „Unsere Zukunft in Deutschland“ will Mohadese Ghorbani auf das Leben von Geflüchteten in Deutschland aufmerksam machen. „Wir wollen, dass unsere Familien auch nach Deutschland kommen und dass wir nicht mehr in einem Heim leben müssen. Wir möchten eine Ausbildung, ein Studium oder den Führerschein machen. Wir wollen unser Leben in Deutschland selbst gestalten und uns eine Zukunft aufbauen“, schreibt sie in ihrem Konzept.    

Die Ausstrahlung beider Wahlspots findet voraussichtlich am 28. August auf dem Demokratiefest in Merseburg statt. Bei der Premiere haben die Sieger die Möglichkeit, mit den Politikern selbst über ihre Forderungen zu sprechen.