Arendsee l Etliches, was ein Soldat an Munition so bei sich hatte: Diese Antwort gibt es auf die Frage, was im Boden der „blauen Perle“ von Experten gefunden und seit Anfang Juli sofort fachgerecht entsorgt wurde. Konkrete Bezeichnungen werden nicht genannt, die Fachleute wollen weiterhin ungestört ihren Job machen. Dies klappt gut, die Gäste zeigen Verständnis. Dies machte Thomas Gabriel, Mitarbeiter der Stascheit Kampfmittelräumung GmbH (Gardelegen), auf Nachfrage deutlich. Er verweist zudem auf die funktionierende Zusammenarbeit mit Stadt, Kreis sowie Luftkurort Arendsee GmbH. So haben Angestellte des Strandbades den Sicherheitsbereich im Blick und weisen Besucher auf die Gefahren hin. Das Strandbad neben dem FKK-Bereich bleibt auch in den nächsten zwei Monaten wie bislang uneingeschränkt nutzbar.

Die Arbeit der Experten für Kampfmittelräumung läuft nach einem festen Muster ab. Grundlage bildet eine Karte, die mit spezieller Technik erstellt wurde. Darauf zu sehen sind Punkte im Seeboden, die magnetisch erfassbar sind. Mit GPS lassen sich die Standpunkte genau bestimmen. Taucher graben derzeit an jedem einzelnen Standort, es sind mehr als 100. Gefundene Munition wird von weiteren Experten vor Ort abgeholt, unschädlich gemacht und entsorgt.

Niedriger Wasserstand ist hilfreich

Die Taucher selbst sind ebenfalls speziell für diese Arbeit ausgebildet, tragen ihre Anzüge, brauchen aber nicht wirklich tauchen. Die tiefste Stelle bei der abgesteckten Fläche beträgt einen Meter. Der niedrige Wasserstand hilft bei der Arbeit. So kann laut Hans-Jörg Steingraf ein größerer Bereich abgesucht werden. Der Flussbereichsleiter des Auftraggebers für die Suchaktion, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz Sachsen-Anhalt, lässt sich regelmäßig auf den aktuellen Stand der Arbeiten bringen. Alle Beteiligen sollen auch in Zukunft an einem Strang ziehen, ist ihm wichtig. So lässt sich letztendlich das Risiko minimieren.

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Die Munitionsreste liegen bereits seit einigen Jahrzehnten im Arendsee. Sie wurden dort nach dem Zweiten Weltkrieg entsorgt und auch teilweise mit Sand überschüttet. So lautet eine Überlieferung, die sich Einheimische erzählen. Diese Aktionen habe es damals nicht nur am jetzigen Arendseer FKK-Bereich gegeben. Auch andere Uferabschnitte sind betroffen. Ob es in den nächsten Jahren eine ähnlich intensive Munitionssuche wie derzeit geben wird, hängt auch von den finanziellen Möglichkeiten ab. Wie Hans-Jörg Steingraf erklärte, muss das Budget diese Maßnahmen hergeben. Es werde von Jahr zu Jahr geschaut.