Salzwedel l Bärbel Domke (70), die ehemalige Vorsitzende des Tierschutzvereins Salzwedel, ruft Katzenbesitzer dazu auf, ihre Tiere frühzeitig kastrieren zu lassen. Sie hat sich in den vergangenen Jahren regelmäßig um streunende Katzen oder Kater gekümmert und dafür gesorgt, dass die Tiere von einem Tierarzt kastriert werden, damit die Population eingedämmt werden kann.

„Viele Leute wenden sich an mich, weil sie mich noch vom Tierschutzverein kennen“, berichtet Domke davon, dass zugelaufene Streuner mehrmals pro Jahr bei ihr landen und sie dann Pflegestellen organisiert. Aber nur wenn die Tiere nicht schon komplett verwildert seien. Diese Streuner würden kastriert, finanziert über Spenden, und dann wieder am Fundort ausgesetzt. Domke bemängelt, dass die Bemühungen des Tierschutzvereins bei diesem Thema derzeit nicht ausreichen würden. „Da ist man nachlässig geworden", sagt Domke im Gespräch mit der Volksstimme.

Kastrationspflicht?

Derzeit hat Domke einen sogenannten Katzenherd an der Lüneburger Straße ausgemacht. Dennoch spricht sich die Tierschützerin derzeit gegen eine Kastrationspflicht aus. Diese gibt es unter anderem in den niedersächsischen Nachbarkommunen Lüchow und Uelzen. Deutschlandweit bereits in mehr als 700 Städten. „Aber das lässt sich doch nicht kontrollieren“, meint Bärbel Domke.

Ähnlich argumentiert Stadtsprecher Andreas Köhler auf Nachfrage der Volksstimme. „Aktuell ist keine Kastrationspflicht geplant, da die Kontrollen hierzu mit einem hohen Kostenfaktor und personellen Aufwand einhergehen“, erklärt Köhler. Eine drohende Katzenplage sieht die Stadt nach Angaben ihres Sprechers zurzeit nicht. Die Hansestadt unterstütze seit nunmehr zehn Jahren eine Kastration von wildlebenden und Fundkatzen mit 4000 Euro jährlich, „daher hat sich die Anzahl streunender Katzen in den vergangenen Jahren drastisch reduziert“.

Stadt trägt Kosten

Die Übernahme der Kastrationskosten war nach Angaben Köhlers auch Bestandteil des Vertrages zwischen dem Tierschutzverein Hoyersburg und der Hansestadt. „Mit der Aufkündigung des Vertrages ist auch dieser Vertragsbestandteil weggefallen“, erklärt der Stadtsprecher. Er betonte aber, dass die Katzen, die durch das Ordnungsamt an Pflegestellen vermittelt werden, auch auf Kosten der Stadt kastriert werden. Dies gelte ebenfalls für Fundkatzen im Tierheim Ahlum vor der Weitervermittlung.

Köhler berichtet, dass im vergangenen Jahr vermehrt im Ortsteil Brietz Katzen kastriert wurden. „In diesem Jahr wurde in Henningen noch ein größerer Bestand lokalisiert. Dort ist in den nächsten Tagen eine größere Einfangaktion geplant“, erklärte der Stadtsprecher in der vergangenen Woche. Hilfreich sei es, wenn jeder Katzenbesitzer sein freilaufendes Tier kastrieren würde und sich somit seiner Verantwortung bewusst wäre, appelliert Köhler an die Halter.

„Jeder Tierhalter hat Pflichten“, hebt auch Bärbel Domke den mahnenden Zeigefinger. Sie setzt sich weiter für die Streuner rund um Salzwedel ein. Manchmal auch auf eigene Kosten. Ansonsten finanziert sie die anfallenden Kastrationen auch über Spenden von Freunden. „Es gibt immer Leute die etwas geben“, meint die Tierfreundin.