Salzwedel l „Das Gebäude kann so nicht mehr als Kita betrieben werden.“ Diese Äußerung von Doris Gensch, Leiterin des Eigenbetriebs Kindertagesstätten der Stadt Salzwedel, sorgte bei den Mitgliedern des Kita-Betriebsausschusses im Rathaus für große Sorgenfalten. Gemeint ist die Kindertagesstätte Propstei, die bei einer Brandschutzprüfung des Kreises Anfang des Jahres durchfiel. „Ich habe eine lange Mängelliste bekommen“, berichtete Gensch weiter. Nur mit „Hängen und Würgen“ habe sie in Gesprächen mit den Verantwortlichen beim Altmarkkreis dafür sorgen können, dass das laufende Kita-Jahr noch normal beendet werden könne.

Nach den Sommerferien, also ab dem 14. August, wird es in der Propstei-Kita vorerst keine Kinderbetreuung mehr geben, kündigte Doris Gensch an. „Wir wollten vorher noch unbedingt 12 Kinder einschulen“, freut sie sich, dass verhindert werden konnte, dass die angehenden Grundschulkinder nicht noch für wenige Monate die Einrichtung wechseln mussten. Das kommt nun aber auf die etwa 35 verbleibenden Mädchen und Jungen zu.

Gespräche mit Eltern

Gestern traf sich Doris Gensch bereits mit dem Eltern-Kuratorium der Propstei-Kita, heute sollen Gespräche mit dem Jugendamt und dem Kuratorium der Kita Kronsberg folgen. Genau dorthin sollen zum neuen Kindergartenjahr die meisten Kinder wechseln. Dafür muss wiederum eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Gensch beabsichtigt zudem, dass weitere Kinder in den Einrichtungen Siebeneichen, Spatzennest sowie Max und Moritz unterkommen. „Wir wollten den Eltern eine Auswahlmöglichkeit lassen“, erklärte sie im Ausschuss.

Ziel sei es nun, ein sogenanntes ganzheitliches Brandschutzkonzept für die Propstei-Kita zu erarbeiten. Zum Kostenrahmen und Zeitplan konnte Doris Gensch noch nichts sagen. Erste Gespräche mit einem Planer seien aber bereits geführt worden. Bürgermeisterin Sabine Blümel sagte Unterstützung der Stadtverwaltung zu. Sie warnte davor, „jetzt in Panik zu verfallen“. Blümel und Gensch sind sich einig, dass die Kita mit ihrem Außenbereich eine der schönsten der Stadt ist. Am Erhalt gebe es deshalb keine Zweifel.

Die Leiterin des Kita-Eigenbetriebs will zudem eventuelle Fördermöglichkeiten ausloten. Sie sieht dabei auch Chancen über den Denkmalschutz, der bei dem Gebäude sowieso mit einzubeziehen sei.