Salzwedel l „Wir sind überall voll“, sagt Doris Gensch, Leiterin des Eigenbetriebes der Kindertagesstätten in Salzwedel. Bei der Grundversorgung der 13 Einrichtungen, die zum Eigenbetrieb gehören, gebe es aber keine Probleme.

Mehr gibt Betriebserlaubnis nicht her

In Zahlen mit Stand vom November 2018 sieht das wie folgt aus: In den Kinderkrippen, sprich Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren, werden 246 Kinder betreut, bei einer Planung von 237 bis 257 Kindern. In den Kindergärten des Eigenbetriebes, also Kinder ab 3 Jahren bis zum Schulalter, werden derzeit 465 Kinder betreut. Der Planansatz liegt dort bei 514 bis 536 Kinder. „Die Luft brauchen wir aber“, erklärt Doris Gensch, damit sei man flexibler. Denn werde die volle Krippenzahl in Anspruch genommen, also die 257 Plätze, können in den Kindergärten „nur“ 514 Kinder betreut werden. Andersherum: Werden in den Krippen 237 Kinder betreut, stehen in den Kitas 536 Plätze zur Verfügung. „Anders gibt es die Betriebserlaubnis nicht her“, sagt Doris Gensch. Hinzu kommen noch 488 Kinder, die im Hort des Eigenbetriebes betreut werden. Hier liegt der Planansatz bei 485 Kindern, sprich drei weniger. Dafür habe der Eigenbetrieb aber eine Ausnahmegenehmigung.

Früh anmelden

Unterm Strich sind die Einrichtungen des Eigenbetriebes ausgelastet, weiß Doris Gensch. „Engpässe sind bei stark frequentierten Einrichtungen möglich“, erklärt sie. Daher empfiehlt sie werdenden Eltern, sich fünf Monate vorher zu melden. Auch der Antrag für einen Platz im Kindergarten sollte nicht kurz vor Ultimo erfolgen. „Ab dem zweiten Lebensjahr sollte das passieren“, sagt Doris Gensch. Denn grundsätzlich sei es wie bei der Suche nach Wohnungen. Wer eine benötigt oder eine wählt, die besonders gefällt, kümmere sich darum auch rechtzeitig. Schließlich sind die Zahlen auch nicht in Stein gemeißelt. „Das kann durch Um- und Zuzug variieren“, weiß Doris Gensch aus Erfahrung.

Derzeit arbeiten übrigens rund 200 Beschäftigte für den Eigenbetrieb, wovon 153 pädagogische Fachkräfte sind. „Das reicht völlig aus“, sagt Doris Gensch. Über mehr Personal würde sie sich gewiss nicht beklagen, aber das sei schließlich auch eine Frage der Finanzierung. Wenn aber die Kolleginnen in Mutterschutz gehen, wird es im Eigenbetrieb eng. „Vor zwei bis drei Jahren waren etliche schwanger“, erinnert sich Doris Gensch, „da hatten wir Probleme.“

Freie Träger ausgelastet

Bei den Einrichtungen in freier Trägerschaft sieht es nicht besser aus. Beispielsweise die Lebenshilfe Altmark West. Sie betreibt zwei Kitas: eine am Goethepark und die am Feuerwehrplatz. Am Goethepark sind 13 Betreuer zuständig, die sich um 57 Kinder kümmern, am Feuerwehrplatz sind es 9 Betreuer und 45 Kinder. Beide Kitas haben ihre Kapazitäten erreicht, mehr Kinder können nicht aufgenommen werden. Das liegt nicht nur am Personal, sondern auch am begrenzten Raum, so die Information der Lebenshilfe in Gardelegen.

Alle Plätze belegt

Die Volkssolidarität ist für die Kita Rappelkiste zuständig. Dort gibt es 13 Betreuer sowie 80 Kinder. Derzeit sind alle Plätze belegt, die Kita ist dementsprechend ausgelastet, heißt es aus der Zentrale des Landesverbandes in Magdeburg. Das Haus Benjamin der Diakonie beschäftigt sieben Betreuer und maximal 45 Kinder. Aktuell sind es ein paar Kinder weniger, aber erfahrungsgemäß füllt es sich zum Ende des Schuljahres, heißt es von Leiterin Simone Neuschulz. Die Kita Flohkiste ist hingegen mit drei Betreuern und 18 Kindern ausgelastet.

In der Kita und dem Hort in Depekolk sind fünf Betreuer angestellt. Die Kita bietet maximal Platz für 25 Kinder. Im Moment werden nicht alle Plätze genutzt, aber die Warteliste ist voll. Im Hort in Depekolk gibt es 16 Kinder, erklärt die Leitung in Depekolk.