Binde l Rund 50. 000 Euro, um zumindest die Bausubstanz zu erhalten. Dies ist im nächsten Schritt nötig, wenn die Kindertagesstätte Kunterbunt in Binde eine Zukunft haben soll. Ein Erhalt ist gewollt – dieser Eindruck entstand während der Sitzung des Sozialausschusses. Etliche Eltern kamen in das Dorfgemeinschaftshaus. In der Fragestunde machten sie deutlich: Die Einrichtung soll für die Kinder bestehen bleiben, dafür setzen sich Frauen und Männer ehrenamtlich ein. Anfang 2021 wird ein Förderverein gegründet, engagierte Befürworter der Einrichtung hatten sich bei einer Demonstration Ende Oktober klar für die Kita ausgesprochen und unterstrichen dies mit Info-Zetteln.

Familiäres Klima geschätzt

Darauf sind Vorzüge der Einrichtung vermerkt. Beispiele: ein familiäres Klima, innovative pädagogische Ansätze, eine altersübergreifende Gemeinschaft, ländliche Ruhe und Überschaubarkeit sowie junge, engagierte und verlässliche Pädagogen. Die Initiative Landleben Arendsee, in der sich die Eltern einbringen, verweist zudem auf einen weiteren Fakt: Die Kinder fühlen sich in der Kita wohl. Der Einsatz für die Einrichtung war bei der Sitzung deutlich spürbar.

Dass in der Einrichtung Investitionsbedarf besteht, ist bekannt. Kommunalpolitiker schauten sich vor der Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit um. Stadtrat Sven Schottenhamel fielen die feuchten Stellen an Wänden auf. Er sieht dringenden Handlungsbedarf, da die Gesundheit der Kinder in Gefahr ist. Laut Bindes Ortsbürgermeister Kurt Gabriel ist das Regenwassersystem des Daches eine Ursache für die Probleme.

Konkrete Zahlen gefordert

Stadtrat Jens Reichardt wollte konkrete Zahlen haben, was die Sanierungskosten angeht. Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen nannte 50.000 Euro für den Anfang. Das wären aber erstmal einige kosmetische Dinge. Grundlegende Erneuerungen wie die Elektrik und die Heizungsanlagen sind dabei noch außen vor.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten wurden von kommunaler Seite kaum bauliche Dinge umgesetzt. Wenn doch, dann standen meist die Eltern dahinter und setzten sich ein. Dieses Engagement ist weiterhin vorhanden. Dazu zähle, mehr Werbung für die Kita zu machen und die Einrichtung verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken.

Fördermittel als Hoffnungsschimmer

Letztendlich gehört zu einer gesicherten Zukunft neben glücklichen Kindern und Eltern, die ihren Nachwuchs gut aufgehoben und gefördert wissen, auch ein intaktes Gebäude. Ein Investitionsplan, der, nach Jahren aufgeteilt, deutlich macht, was wann umgesetzt wird, war am Dienstag kein Thema. Ausschussvorsitzende Nadine Schütte informierte über eine mögliche Geldquelle. Ein Fördermittelprogramm des Umweltministeriums komme für Binde in Frage. Bis zu 90 Prozent könnten fließen. Die Prämisse liegt auf einem modernen Gebäude, nach aktuellen Klima-Maßstäben. Über eine ähnliche Fördermittelschiene konnte auch das Kinder-Eltern-Zentrum Seeperle errichtet werden. Darauf verwies Norman Klebe und erinnerte an Investitionen der Kommune auf dem sozialen Sektor. Dazu gehören die beiden Grundschulen genauso wie Kindertagesstätten. Ein Investitionsschub wäre auch für Binde nötig. Nadine Schütte versuchte mehrfach, den Bürgermeister dazu zu bringen, den Eltern Zukunftsängste zu nehmen. Dieser betonte, dies mit seinen Äußerungen zum Ausdruck bringen zu wollen. Danach war bei den Gästen Erleichterung zu bemerken.

Letztendlich gab es in der Vergangenheit immer wieder Diskussionen um die Kita. Im aktuellen Fall hatte die Arendsee-Verwaltung den Diskussionsanstoß gegeben. Auch mit Hinweis auf den Gebäudezustand. Über ein endgültiges Aus der Einrichtung müsste aber der Stadtrat entscheiden.

Dieser hat bislang keinen Grundsatzbeschluss – weder für noch gegen die Kita – gefasst.