Salzwedel l Die meisten Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sind in den Krippen, Kindergärten und Horten des Eigenbetriebs der Stadt aufgehoben worden. Zumindest für die Jungen und Mädchen. Die Eltern dürfen die Häuser allerdings noch nicht betreten. „Das gibt der Platz einfach nicht her“, sagt die Leiterin des Kita-Eigenbetriebs Doris Gensch. Deshalb heißt es weiterhin, die Sprösslinge den Erzieherinnen zu übergeben und sie bei ihnen auch wieder in Empfang zu nehmen.

Sonst wäre das Gedränge auf den Fluren in den Stoßzeiten zu groß und der Abstand nicht zu gewährleisten, erklärt sie. Diese Maßnahme stoße aber auf Verständnis. „Das Schleusen ist inzwischen Gewohnheit und hat sich eingespielt“, betont sie. Wenn Gesprächsbedarf bestehe, sei es kein Problem, Termine mit den Erzieherinnen oder Kita-Leiterinnen zu vereinbaren.

Türen verschlossen

Das gelte übrigens auch für die Verwaltung, wo die Türen ebenfalls verschlossen sind. Wer dort etwas zu erledigen hat, muss sich an den Sprechtagen ebenfalls bemerkbar machen. Entweder anrufen, oder einfach ans Fenster klopfen.

141 ehemalige Kita-Kinder sind eingeschult worden. So viele wie lange nicht. Dementsprechend hoch ist die Auslastung in den Horten des Eigenbetriebs. Sie sind mit einer Kapazität von 115 Prozent belegt, was 533 Kindern entspricht, und werden mit einer Ausnahmegenehmigung betrieben.

Leichter Rückgang bei Kinderzahlen

Der Krippenbereich ist mit 171 Kindern zu 75 Prozent ausgelastet und im Kindergartenalter sind es 416 Jungen und Mädchen, die in den Einrichtungen betreut werden. Platz wäre für 519. Sie sei mit der Belegung trotzdem zufrieden, auch wenn ein leichter Rückgang bei den Kinderzahlen im Vergleich zu 2019 zu verzeichnen ist. Ein Trend der sich in den kommenden Jahren fortsetzt, wie der Wirtschaftsplan für 2021 ausweist.

Wer Platz hat, kann in Notsituationen helfen. So sind in der Kinderkrippe „Zwergenland“ und in der Tagesstätte „Max und Moritz“ Plätze für die Lebenshilfe zur Verfügung gestellt worden. Der freie Träger betreibt die integrative Kita „Am Feuerwehrplatz“. Dort gab es einen massiven Wasserschaden, so dass die Räume zur Zeit nicht nutzbar sind.

Propstei ausgeräumt

Der momentan geschlossenen Propstei-Kindergarten des Eigenbetriebs ist ausgeräumt worden. Dabei ging es zudem darum, den Sperrmüll zu entsorgen und die Außenanlage vor dem anstehenden Blätterfall in Ordnung zu bringen. Das Brandschutzgutachten für das denkmalgeschützte Haus liegt inzwischen vor. Darauf aufbauend wird die Kostenschätzung erarbeitet. Sie soll bis zur nächsten Sitzung des Eigenbetriebs-Ausschusses vorliegen, damit die Kommunalpolitiker das weitere Vorgehen beraten können. Für den Umbau soll zudem nach Fördermöglichkeiten Ausschau gehalten werden.

Für die auf das nächste Jahr verschobene Sanierung des Kinder-Eltern-Zentrums „Siebeneichen“ hat die Eigenbetriebschefin bereits vor vier Wochen einen Antrag auf Grundlage eines neuen Bundesgesetzes gestellt. Es wurde zur Krisenbewältigung beschlossen und enthält ein Investitionsprogamm für die Kinderbetreuung. Er umfasst 1,35 Millionen Euro.