Sanierung

Klare Position zum Waldbad Liesten fehlt

Das Thema Waldbad Liesten ist längst nicht ad acta gelegt. Zumindest nicht für den Förderverein und dessen Vorsitzenden Andreas Weigelt. Er fragte Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel, wie sie zur Sanierung steht.

Von Antje Mewes
Das geschlossene Waldbad  in Liesten im Altmarkkreis Salzwedel.
Das geschlossene Waldbad in Liesten im Altmarkkreis Salzwedel. Foto: Karsten Wiedemann

Liesten/Salzwedel - In den Freibädern der Region wird die Saison vorbereitet. Becken und Anlagen werden auf Hochglanz gewienert, um bald die ersten Badegäste zu empfangen. So könnte es auch in Liesten aussehen. Könnte – wäre das Bad nicht seit vier Jahren geschlossen. Seitdem wird um eine Sanierung gerungen, ohne auch nur einen Schritt vorangekommen zu sein.

Obwohl das für die Mitglieder des Fördervereins für das Waldbad äußerst frustierend ist, geben sie nicht auf, wie ihr Vorsitzender Andreas Weigelt kürzlich im Volksstimme-Interview erklärte. Im Gegenteil, sie wollen den Kampf für die beliebte Freizeitstätte fortsetzen und hoffen weiter auf Unterstützung seitens der Kommunalpolitik und von der Stadtverwaltung. Immerhin haben sie es geschafft, mit der Zusage von Sponsoren und Förderung aus dem Leader-Programm 320.000 Euro zusammenzubekommen – etwa die Hälfte der Kosten, die für eine Sanierung geschätzt sind. Trotzdem habe der Verein keinen Nutzungsvertrag mit der Stadt abschließen können.

Wie ist es tatsächlich um das Engagement der Stadträte und der Bürgermeisterin für die Freizeitstätte bestellt? Das wollte Weigelt in der Stadtratssitzung von der Bürgermeisterin wissen: „Wenn wir 650.000 Euro auf den Tisch legen, würde die Stadt die Sanierung des Waldbades umsetzen?“, fragte er ein wenig provokant. Zuvor hatte er beklagt, dass es offensichtlich kein Konzept gebe und dass der Waldbadverein in so ziemlich allen Dingen außen vor gelassen werde. Es gebe beispielsweise keine Informationen, wie es mit der Suche nach Fördergeld weiter gehen solle.

Kein Nutzungsvertrag

„Ich hätte gern gebaut, wenn wir Fördermittel bekommen hätten“, antwortete die Bürgermeisterin. Wie es momentan aussehe, stünden auch keine in Aussicht. Es gebe keinen Nutzungsvertrag, „weil ich nicht weiß, was ich Ihnen zur Nutzung anbieten soll“, erklärte sie. Und was die 650.000 Euro angehe, so seien die Baupreise momentan nicht berechenbar.

Damit ließ sich der Vereinschef nicht abspeisen. Selbst wenn der Verein die gesamte Summe aufbringen könnte, „denkt die Stadt nicht daran, das Bad zu sanieren“, mutmaßte er. Ein Vorwurf, auf den Blümel nicht einging und entgegnete: „Was soll ich sagen? Alle gucken mich groß an.“

„Wenn die Stadt wirklich noch am Waldbad interessiert ist, sollten wir uns alle an einen Tisch setzen und gemeinsam ein Konzept entwickeln“, schlug Weigelt daraufhin versöhnlichere Töne an. Wie es konkret weitergeht, blieb an dem Abend offen.