Salzwedel l Auch wenn es inzwischen leichte Tendenzen zu Lockerungen gibt: „In Corona-Zeiten bricht die künstlerische Existenz unter den Füßen weg“, sagt Konstantin Wecker. Als der heute 73-Jährige vor knapp fünf Jahren im Salzwedeler Kulturhaus auftrat, da wollten mehr als 500 Besucher den viel umjubelten Auftritt des gebürtigen Münchners sehen. Und was ist heute? Corona hat nicht nur die Künstler lahmgelegt und dafür gesorgt, dass vielen die künstlerische Existenz wegbricht; auch die Veranstalter haben enorme Schwierigkeiten, geplante Gastspiele auf neue Termine zu verlegen, weil die vertraglich bereits ausgehandelten Abmachungen nicht einzuhalten sind. Sie, Künstler und Veranstalter, hoffen darauf, dass es im nächsten Jahr besser wird, sich die Menschen aus dem Würgegriff von Corona befreien und endlich wieder auftreten beziehungsweise größere Events ausrichten können.

Denn es geht – natürlich – auch ums Geld. Denn unter Einhaltung der Hygieneregeln dürfen bei der maximalen Reihenbestuhlungsvariante im Salzwedeler Kulturhaus lediglich 120 bis 150 Personen in den Großen Saal des Kulturhauses. Das ist zudem noch abhängig von der Größe der einzelnen Besuchergruppen, macht Andreas Köhler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Hansestadt gegenüber der Volksstimme deutlich.

Wirtschaftlich sollte schon sein

Um sicherzustellen, dass diese Regeln auch eingehalten werden, ist darüber hinaus ein erhöhter Aufwand an Personal notwendig. Doch diese Kosten, verbunden mit einer Reduzierung der Besucherkapazität, macht es für die Organisatoren äußerst schwierig, Veranstaltungen wirtschaftlich darzustellen. Das betrifft natürlich auch das Salzwedeler Kulturhaus.

Dadurch wird die Arbeit von Michael Tunger, Leiter Veranstaltungsbetrieb, und seiner Kollegin Juliane Schlawin nicht gerade einfacher. Bisher habe man mit allen Künstlern und Veranstaltern Lösungen gefunden, die Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt auszurichten, ohne dass die Künstler finanzielle Abstriche hinnehmen mussten. Trotzdem: Die Planungen für die neue Saison stellen sich äußerst schwierig dar, weil zum einen die aktuelle Corona-Eindämmungsverordnung „nur“ bis zum 16. September Gültigkeit hat. Andererseits ist davon auszugehen, dass auch danach weitere Einschränkungen im Veranstaltungsbereich zu erwarten sein werden, macht Köhler deutlich.

Gastspiele ersatzlos gestrichen

Bislang (Stand Montag, 3. August) sind 18 Veranstaltungen auf einen späteren Termin verlegt worden. Jüngstes Beispiel der Auftritt des Duos „Die Feisten“, mit ihrem Programm „Adam & Eva“. Die Träger des deutschen Kleinkunstpreises 2017 gastieren nicht am 3. September in Salzwedel, sondern am 14. Juli 2021 im Kulturhaus. Ersatzlos abgesagt werden mussten zwei Gastspiele des Nordharzer Städtebundtheaters mit „Hamlet“ und „Die lustigen Weiber von Windsor“ sowie die beiden Kultipartys, die im April und September geplant waren.

Grundsätzlich gilt für die Veranstaltungen des Kultur­amtes der Hansestadt Salzwedel: Wird eine Veranstaltung aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben, behalten bereits gekaufte Eintrittskarten ihre Gültigkeit für den neuen Termin. Kunden bekommen alternativ, sofern sie den Ersatztermin nicht in Anspruch nehmen können oder das Gastspiel abgesagt wird, einen Gutschein des jeweiligen Veranstalters.