Salzwedel l Das Kunsthaus ist in Salzwedel angekommen. Und nicht nur dort. „Auch wenn wir unser Stammpublikum noch finden müssen“, sagt Achim Dehne, Vorstandsmitglied der Kunststiftung Salzwedel. Trotzdem: Die Zahl der Gäste aus dem weiteren Umfeld der Stadt ist 2017 deutlich gestiegen.

„Wir sind überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Achim Dehne. Dieser Aussage stimmt auch sein Kollege Dietrich von Gruben, Vorstandsvorsitzender der Kunststiftung Salzwedel, zu. Dehne sieht beim Kunsthaus eine „stabile Entwicklung, eine Steigerung des Besucheranteils von Schülern und Schulklassen sowie mehr überregionale Besucher im Vergleich zu 2016. Zu diesem Kreis zählt Dehne Kunstfreunde aus den Bereichen Uelzen, Wolfsburg, Braunschweig, Magdeburg oder auch aus dem Wendland.

Insgesamt 8450 Besucher

Allein die drei Ausstellungen in 2017 (Claudia Rößger, „Ich und die Anderen“, Otto & Helga, „Heldenreise“, sowie Otto Schubert, „Liebesgrüße aus dem Schützengraben“) lockten 2017 3400 Besucher ins ehemalige Lyzeum. Durch zahlreiche weitere Veranstaltungen wie Workshops, Konzerte, Aktivitäten von Schulen oder auch Hochzeiten zählten die Verantwortlichen insgesamt 8450 Besucher.

Spitzenreiter mit neun Vorführungen war die erfolgreiche Reihe „Musik im Dialog“. Sie soll auch in Zukunft weitergeführt und eventuell noch ausgeweitet werden. „Die Veranstaltung hat sich fest etabliert“, sagt Dehne und ist zu einem großen Bestandteil der Programms geworden. 2018 soll der Schwerpunkt deshalb erneut im Bereich der Klassik gesetzt werden, ergänzt mit sogenannten Wohnzimmer- oder Unplugged-Konzerten. Intensivieren will Dehne auch die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen.

Erweiterung der Kultur

Durch dieses Engagement ist es der Kunststiftung gelungen, das bestehende kulturelle Angebot in der Hansestadt zu ergänzen. „Wir sind auch keine Konkurrenz zum Hanseat oder zum Kulturhaus. Durch die Vielfalt der Angebote nehmen wir uns gegenseitig keine Besucher weg“, sagt Dehne.

Doch es ist nicht nur die Kultur, die Menschen dazu bewegt, das Kunsthaus zu besuchen. „Viele kommen wegen des Gebäudes selbst“, weiß Dehne. Bei Klassentreffen wird das Kunsthaus oft als ein Programmpunkt angesteuert. Der im neogotischen Stil errichtete Backsteinbau wurde im Januar 1906 eröffnet. Nach Aufgabe des Schulbetriebs im Jahr 1941 und der Nutzung als Reservelazarett bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude zeitweilig von mehreren Einrichtungen gleichzeitig genutzt. Den Salzwedelern ist es vor allem als Lyzeum und später als „Pionierhaus“ in Erinnerung geblieben.

Litfasssäulen und Jalousien

Doch mit der Sanierung und des Betriebs des Kunsthauses ist die Arbeit der Kunststiftung noch lange nicht abgeschlossen. Ende November 2017 hat sie den Bescheid bekommen, dass sie mit ihrem Antrag auf Leader-Fördermittel für Arbeiten am und im Salzwedeler Kunsthaus auf dem 5. Platz im Altmarkkreis gelandet ist und mit Fördermittel rechnen kann. Konkret handelt es sich um rund 100 000 Euro, die für mehrere Vorhaben genutzt werden sollen.

Unter anderem ist geplant, zwei Litfasssäulen vor dem Kunsthaus aufzustellen. Vorgesehen ist auch, einen entsprechenden Schriftzug am Haus anzubringen. „Wir haben lange gebraucht, um eine optisch ansprechende Lösung zu finden“, erläutert Dehne die Umsetzung des Vorhabens. Zudem soll ein besseres Leitsystem innerhalb des Hauses Besuchern die Orientierung erleichtern.

Qualität soll Handeln leiten

Auch in der Aula sind Veränderungen geplant. Die großen Fenster sollen mit einer professionellen Beschattungsanlage ausgestattet werden. Damit hoffen die Verantwortlichen, vor allem im Sommer die Temperaturen besser steuern zu können. „Bei allem Tun steht die Qualität im Vordergrund“, sagt Dehne, der froh ist, dass die Stiftung Gelder aus dem Leader-Programm erhalten wird. Dadurch sei es möglich, auch die Druckerei in Betrieb zu nehmen und weitere Workshops anzubieten. „Dazu führen wir bereits erste Gespräche mit verschiedenen Künstlern.“

Weiteres Augenmerk will die Kunststiftung auf die Vermietung eigener Flächen legen. So stehen im Erdgeschoss fünf Räume mit einer Größe zwischen 10 und 30 Quadratmetern zur Verfügung, die auf Mieter warten.

Eine Idee, die in die Zukunft ausgerichtet ist, ist die Gründung eines Fördervereins für das Kunsthaus. Schließlich muss die Stiftung die drei vorhandenen Teilzeitarbeitsplätze aus eigenen Mitteln und Spenden finanzieren. „Denn für den laufenden Betrieb gibt es keine Fördergelder“, macht Achim Dehne gegenüber der Volksstimme deutlich.