Lehrermangel

Mathe, Russisch, Sport: Hier fehlen Lehrer in Salzwedel

Was das Landesschulamt zum Lehrermangel in Salzwedel sagt und welche Fächerkombinationen an weiterführenden Schulen gebraucht werden.

Von Alexander Rekow
Das Landesschulamt sucht mehrere Lehrkräfte für den Standort Salzwedel.
Das Landesschulamt sucht mehrere Lehrkräfte für den Standort Salzwedel. Foto: dpa

Salzwedel - Die weiterführenden Schulen in Salzwedel haben nach wie vor einen Lehrermangel. Daher sind beim Landesschulamt (Lscha) gleich mehrere Fächerkombinationen ausgeschrieben. Im Falle des Jahngymnasiums betrifft das die Kombination Mathematik und möglichst Wirtschaft sowie Russisch oder Englisch und ein beliebiges weiteres Fach. „Die Stelle an der Comenius-Gemeinschaftsschule ist mit Sport oder Ethik ausgeschrieben“, erläutert Tobias Kühne vom Lscha. Kurioserweise ist keine für die Lessing-Gemeinschaftsschule ausgeschrieben, obwohl deren Schulleiterin Heike Herrmann auf den Lehrermangel hinweist. Das aber habe seinen Grund. Denn wie Kühne weiter erklärt, würden Stellenausschreibungen immer zum Monatsanfang oder Monatsmitte erfolgen und die Bewerbungen dann ausgewertet. Dann ist (vorläufig) keine Ausschreibung zu sehen. Sollte sich aber beispielsweise der Bewerber gegen eine Schule entscheiden, werde die Ausschreibung erneut freigeschaltet.

Wie nun schlussendlich die Unterrichtsabdeckung in den drei Salzwedeler Schulen im kommenden Schuljahr aussieht, könne noch nicht gesagt werden, so Tobias Kühne: „Es ist noch bis unmittelbar vor Unterrichtsbeginn Anfang September viel personelle Bewegung möglich.“

Zulage für Lehrkräfte bei schwer besetzbaren Stellen

Das Lscha schreibe Stellen mit hoher Frequenz aus, um Lehrer in die von Lehrermangel betroffenen Schulen zu lotsen. Auch als Seiteneinsteiger sei das über ein entsprechendes Portal möglich. „Schwer besetzbare Stellen, auf die es dreimal keine Bewerbungen gegeben hat, schreibt das Lscha mit der Möglichkeit der Zahlung einer Zulage aus“, sagt Tobias Kühne: „Dadurch soll die Attraktivität solcher Stellen gesteigert werden.“ Zudem würden alle in Sachsen-Anhalt fertig werdenden Referendare frühzeitig angesprochen und gefragt, an welcher Schule in der Region sie nach dem Vorbereitungsdienst gern arbeiten würden. „Mit gezielten Stellenausschreibungen versucht das Lscha die jungen Lehrerinnen und Lehrer im Land zu halten.“

Unterm Strich funktioniere eine Schule, wenn in einem Schuljahr die Lehrpläne in den Fächern der Klassen umgesetzt und die vorgesehenen Prüfungen abgenommenen werden, so Tobias Kühne weiter. Das lasse sich nicht an einer Prozentgrenze für die Unterrichtsversorgung festmachen. Dazu brauche eine Schule nicht nur Lehrer in ausreichender Zahl. „Sie braucht auch Lehrkräfte, um die verschiedenen Fächer ihrer Stundentafel unterrichten zu können.“ Wenn das vorhanden sei, könne auch die eine oder andere Stunde mal krankheitsbedingt ausfallen, ohne dass es negative Folgen für den Erfolg der Mädchen und Jungen gebe. „Um zeitweise Engpässe zu überbrücken, haben die Schulen außerdem verschiedene Möglichkeiten wie beispielsweise Mehrzeiten oder Zusatzstunden“, sagt Tobias Kühne: „Auch das Lscha wird aktiv, wenn sich ein Ausfall länger hinziehen sollte oder absehbar länger dauern wird.“