Öffnungen

Modellregion Altmarkkreis?

Kreisverwaltung möchte gemeinsam mit Kommunen „Projekte“ in der Region umsetzen

Von Tobias Hofbauer

Altmarkkreis

Knapp eine Woche ist es her, als Landrat Michael Ziche der Volksstimme sagte, dass er über eine Öffnungsstrategie nachdenke. Dies mit Hilfe von flächendeckenden Schnelltests und Kontaktrückverfolgung via App auf dem Smartphone.

Kreissprecherin Birgit Eurich bestätigt auf Volksstimme-Anfrage, dass Ziche regionale Öffnungsstrategien im Blick habe. Voraussetzung dafür ist die am Montag (29. März) in Kraft getretene 11. Eindämmungsverordnung Sachsen-Anhalts. Darin heißt es: „Die Landkreise und kreisfreien Städte können nach Ostern mit Modellprojekten weitere Öffnungsschritte unter strengen Hygienemaßnahmen erproben.“ Und eben jene Öffnungsschritte hat Michael Ziche im Blick. Landkreise würden entsprechende Anträge diesbezüglich stellen können.

„Der Altmarkkreis möchte gemeinsam mit den Kommunen ,Modellprojekte’ umsetzen“, so Birgit Eurich. Der Landrat habe dazu per Videokonferenz erste Gespräche mit Bürgermeistern des Landkreises geführt. Offensichtlich auch mit dem Stadtoberhaupt des Luftkurortes, Norman Klebe. „Für den Bereich des Tourismus schaut der Landkreis da auf die Stadt Arendsee“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Doch nicht nur die Seestadt scheint im Fokus. Denn wie die Kreissprecherin weiter mitteilt, geht der Blick auch nach Gardelegen. „Speziell für den Einzelhandel und die Gastronomie hat die Einheitsgemeinde Gardelegen bereits eine Interessensbekundung beim Landkreis abgegeben“, heißt es dazu. Von Salzwedel, Klötze oder auch Kalbe ist bisher keine Rede.

Wie Birgit Eurich aber auch durchblicken ließ, stehen und fallen Öffnungsstrategien mit dem 7-Tage-Inzidenzwert. Und dieser ist seit dem Gedankenspiel Richtung Modellprojekt Altmarkkreis wieder angestiegen. Sollte die Zahl wieder auf beziehungsweise über 100 steigen, dürften sich Überlegungen in die Richtung vermutlich ohnehin erledigt haben. Dazu äußerte sich der Landrat am Montag auch in der Pressemitteilungen zu den aktuellen Corona-Zahlen im Kreis: „Leider steigen auch bei uns seit der letzten Woche wieder die Zahlen - gerade am Wochenende war erneut eine Schule betroffen. Ich möchte das Infektionsgeschehen über die Osterfeiertage erst abwarten, denn ich möchte für unseren Landkreis nicht nach den Feiertagen die „Notbremse“ ziehen müssen.“

Genaueres beim Thema „Modellprojekte“ könnte sich dennoch am Dienstag entscheiden, wie Eurich signalisierte. Denn noch sind viele Fragen ungeklärt. Beispielsweise, wie flächendeckende Schnelltests möglich sind und wo sie überall angeboten werden. Bisher sieht es dahingehend mau aus.

Auch beim Thema Impfen sind noch Fragen offen, sollte nicht ausreichend Impfstoff vorhanden sein. Fest aber steht: Es kommt Bewegung in die Thematik. Der Ausgang ist allerdings noch ungewiss.