Diesdorf l Mit einem Museumsfest am Ostersonntag eröffnete das Freilichtmuseum Diesdorf auch an diesem Sonntag seine Saison. Ein strahlend blauer Himmel wölbte sich am Osterwochenende über der Altmark und so unternahmen viele Familien am 1. Ostertag einen Ausflug nach Diesdorf. Wie die Kennzeichen auf den Parkplätzen verrieten, nutzten nicht nur Menschen aus der Region das Angebot des Museums.

Auch aus Klötze, Stendal, Gifhorn, Munster, Wolfsburg, Magdeburg und sogar aus Hamburg, Bremen sowie dem mehr als 400 Kilometer entfernten Offenbach waren Besucher angereist. Wobei der eine oder andere sicherlich die Ostertage wahrgenommen hatte, um Verwandte oder Freunde zu besuchen und mit ihnen einen Abstecher nach Diesdorf ins Museum zu machen.

Handwerk im Fokus

Ella Meyer aus Munster an der Örtze war dagegen gezielt nach Diesdorf gefahren. Sie war schon im vergangen Jahr beim Museumsfest zu Ostern in Diesdorf gewesen. Und es hatte ihr so gut gefallen, dass sie auch dieses Jahr die rund zweihundert Kilometer Strecke hin und zurück auf sich nahm. Besonders das alte Handwerk gefällt ihr sehr gut. Bei Horst Wilhelm Rakow informierte sie sich über die Kunst des Webens. Der 76-Jährige aus Schnega steht auf dem Standpunkt: „Weben ist auch Männersache.“ Seine Frau hatte vor vielen Jahren damit angefangen, als er noch beim Landwirtschaftsministerium in Magdeburg arbeitete, erzählte er. Und nach seiner Pensionierung begann er selbst daran Gefallen zu finden.

Bilder

Großer Andrang indessen bei Christa Schindler und Ilse Heidemann im Haus Püggen. Die beiden Frauen hatten sich eine Schürze umgebunden und unterwiesen die jüngeren Besucher in die Feinheiten der Backkunst. Während bei Christa Schindler zunächst der Teig geknetet, gerollt und anschließend mit Ausstechformen zu Häschen oder Herzchen gewandelt wurde, gab es bei Ilse Heidemann Osternester aus Teigzöpfchen. Nach dem Backprozess kam obendrauf ein Osterei. Nicht nur schön anzuschauen, sondern sicher auch lecker.

Unweit des Dorfkrugs, in der Hilmsener Scheune, wurde bereits fleißig geschnippelt und gehämmert. Aus ein paar Holzscheiben konnten Osterhäschen gefertigt werden. Für Yve (7) und Alesia Bode (11) eine recht klare Aufgabe. Und doch schaute Museumsmitarbeiter Martin Winkler ihnen bei der Arbeit ab und zu über die Schulter, denn ein falscher Hammerschlag kann schon einmal richtig wehtun.

Schmied im Einsatz

Nicht so beim Museumsschmied Manfred Heiser. Dort saß jeder Schlag des Schmiedehammers dort, wo er angedacht war. Es ist schon eine schweißtreibende Arbeit, um glühendes Eisen in die gewünschte Form zu bringen. Aber auch Dorfschullehrer Heinz-Günter Klaas brachte mit seinen gestellten Aufgaben so manche Schweißperle auf die Stirn seiner Schüler auf Zeit.

Für die Besucher gab es an dem Eröffnungstag überall viel zu erkunden und zu sehen. So auch in der Ausstellung „Miniaturwelten aus der Altmark“ im Obergeschoß des Hauses Püggen. Sie faszinierte nicht nur die jüngeren Besucher, denn die Arbeit, die in die maßstabsgetreuen Modelle realer altmärkischer Gebäude investiert wurde, war beachtlich und erzeugte bei den Besuchern Respekt und Bewunderung. Gleiches galt auch für die Museumsmitarbeiter, die Händler und Handwerker, die mit ihrer Arbeit und Engagement den Familien einen schönen und abwechslungsreichen Tag bereitet hatten.