Salzwedel l Die sogenannte „Clean Vehicle Directive“, die seit August 2019 gelte, müsse bis 1. August 2021 in deutsches Recht umgesetzt werden. Darüber informierte Ronald Lehnecke, Geschäftsführer der kreiseigenen Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS), die Mitglieder des Kreisausschusses für Bau, Wirtschaft und ländliche Entwicklung. Das bedeute, dass Fahrzeuge mit alternativen Antrieben wie Biodiesel sowie emissionsfreien Antrieben wie Elektro und Wasserstoff angeschafft werden müssten. Vorgegeben sei, dass der konventionelle Antrieb mit Dieselkraftstoff immer mehr verringert werden müsse. Bis zum Jahr 2025 auf 55, bis 2030 auf 35 Prozent.

„Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sind wesentlich teurer. Es soll zwar Fördermöglichkeiten geben, aber diese decken nur 80 Prozent der Mehrkosten zu herkömmlichen Fahrzeugen ab“, wies er auf einen erheblichen Finanzbedarf hin, der auf den Kreis zukomme. Problematisch sei auch die Auswahl: Elektrobusse gebe es zwar, aber diese könnten die Reichweite in der Region, die benötigt werde, momentan noch nicht abdecken. Fahrzeuge mit Wasserstoffbetrieb befänden sich noch in der Erprobung.

Erdgas-Tankstellen schließen

„Zu unserer Flotte von derzeit 80 Standard-Linienbussen und 25 Kleinbussen gehören derzeit 18 mit Erdgas betriebene. Aber wie es mit dem Tanken weitergeht, ist offen“, schilderte Ronald Lehnecke. Die Avacon, die die genutzten Tankstellen derzeit betreibe, wolle diese im nächsten Jahr in Salzwedel und im Jahr 2022 in Gardelegen schließen. Sie würden schon fast 20 Jahre in Betrieb sein. Der Aufsichtsrat werde sich demnächst mit dieser Thematik beschäftigen.

156 Mitarbeiter zähle die PVGS derzeit an den Standorten Salzwedel, Dähre, Gardelegen und Kalbe. 4,3 Millionen Kilometer pro Jahr würden im Standard-Linienverkehr absolviert. „Wir sind auch für den Schülerverkehr verantwortlich, fahren 23 Grund-, sechs Sekundar-, drei Gemeinschafts-, zwei Förder-, vier freie und eine berufsbildende Schule im Kreisgebiet an. Dazu kommen weitere 16 Schulen außerhalb des Altmarkkreises“, listete der Geschäftsführer auf.

1100 Haltestellen werden angefahren

Der Plan für den Rufbusverkehr beinhalte 5,2 Millionen Kilometer pro Jahr. Der Ist-Stand belaufe sich auf 1,2 Millionen Kilometer.

Insgesamt gebe es 1100 Haltestellen. Etwas mehr als drei Millionen Fahrgäste würden pro Jahr im Linienverkehr befördert. Hinzu kämen 85 000 Westaltmärker, die die Rufbusse nutzen. „Wir fahren auch kreisübergreifend bis Magdeburg, Stendal, in die Prignitz und neuerdings auch bis Wolfsburg“, schildert Ronald Lehnecke. Erst jüngst seien fünf neue Niederflurbusse angeschafft worden, damit mobilitätsbeschränkte Personen besser einsteigen können. Die Fahrzeuge, die seit 2014 gekauft worden seien, seien mit Gurten auf allen Fahrgastsitzen ausgestattet, verwies er darauf. Denn die Sicherheit der Passagiere sei wichtig.