Salzwedel l Wie auf dem Bauernhof: Der Tierpark Salzwedel hat jetzt ein Storchennest. Und nicht etwa eines auf einem Betonmast, sondern auf einem dreibeinigen Holzgestell. Zwei Tage lang bauten Jugendliche aus der Berufsvorbereitenden Maßnahme Reha (BvB II) gemeinsam mit Ausbildern vom Verein zur Förderung beruflicher Bildung (VfB) an dem Storchennest-Gestell.

Die Idee dafür stand bereits länger im Raum. Unlängst haben sich VfB und die Stadt Salzwedel dann vertraglich auf das Projekt geeinigt. Die Materialien dafür wurden gesponsert. Gleichwohl steht noch nicht fest, ob sich überhaupt Störche ansiedeln werden. „In erster Linie soll das Nest symbolischen Charakter haben und vor allem Grundschulen und Kindergärten als Anschauungsort dienen. Gerade wenn im Unterricht Zugvögel behandelt werden“, sagt Thomas Koberstein, Geschäftsführer vom VfB. Trotzdem könne es sein, dass sich Wildstörche dort niederlassen. „Einer ist in den vergangenen Tagen schon hier gewesen und hat Ausschau gehalten“, erzählt er.

Für die Heranwachsenden war es das erste Projekt dieser Art. Mit ihren Ausbildern Thomas Fricke, zuständig für Garten-Landschaft/Grüne Berufung, und Thomas Kurzweg, spezialisiert auf Metallbau, wirkten unter anderem die Schüler Lucas Gesk, Tobias Frank und Sarah Modrow am Aufbau mit. „Damit sollen die Jugendlichen herausfinden, wo sie beruflich hin wollen“, sagt Koberstein. Doch das ist nur ein Projekt von vielen. „Ich hab schon in den Bereichen Müllrecycling, Sanitär und Heizung, Elektro und Malerei/Lackiererei gearbeitet“, erzählt Lucas Gesk (17) aus Dambeck. Am besten gefallen habe ihm der Elektro-Sektor.

Aufbau hat Spaß gemacht

Doch auch der Aufbau des Storchennestes habe ihm Spaß gemacht. „Vorher wusste ich nicht, wie man ein Storchennest baut. Nun ist es schön zu sehen, dass alles so hinhaut, wie es in der Theorie geplant war“, sagt er. Das Nest haben sie aus Birkenreisig gebastelt. Außerdem mussten Fundamente gesetzt und Metallarbeiten gemacht werden. Ziel war es auch, dass die Jugendlichen einen Sinn darin sehen. „Und beim Projekt von der Idee bis zur Umsetzung beteiligt sind“, erzählt Koberstein. Die Berufsvorbereitende Maßnahme selbst wird von der Agentur für Arbeit gefördert. Die Untere Naturschutzbehörde aus dem Altmarkkreis wirkte beratend am Projekt mit. Der VfB kümmert sich künftig um die jährliche Kontrolle und die Instandhaltungsmaßnahmen.

Der bereits im Tierpark lebende Weißstorch kann sich dort übrigens nicht einnisten. Er kann nicht fliegen. Überhaupt sei es nicht leicht, den Bestand der Storchenpopulation in der Altmark aufrechtzuerhalten, sagt Koberstein. Dabei seien Störche ein Indikator für eine intakte Umwelt.