Salzwedel l Vor bald 20 Jahren, am 8. August 1998, ging der Offene Kanal Salzwedel (OKS) erstmals auf Sendung. Am 8. August 2018 soll dieser runde Geburtstag gefeiert werden, und zwar im Kunsthaus der Hansestadt. Und weil dieser runde Geburtstag ansteht und der OKS wieder einmal seine Sendelizenz verlängern konnte, gab es gestern Besuch aus Halle. Martin Heine, Direktor der Medienanstalt Sachsen-Anhalt (MSA), überbrachte die Lizenzurkunde und 1000 Euro zum Geburtstag.

Martin Heine und Ricardo Feigel (Bereichsleiter Bürgermedien MSA) trafen sich gestern in den Räumen des OKS an der Altperverstraße mit Beate Nilles (OKS-Geschäftsführerin) sowie Elke Bukowski (Vorsitzende des Trägervereins) und Gabriele Gruner (Städtische Vertreterin im Trägerverein) zur Lizenzübergabe und natürlich zum offenen Gespräch.

Beate Nilles beschrieb die Arbeit des Offenen Kanals in Zeiten der neuen, sozialen Medien, in denen jeder schnell eine Kamera zur Hand hat. „Es wird unbequemer für uns“, lautet ihre und die Antwort des OKS auf diese Entwicklung. „Wir wollen mehr rausgehen“, betonte Nilles.

OKS auf das Land tragen

Die Geschäftsführerin kündigte dazu unter anderem ein längeres Projekt mit der Sekundarschule Dähre an. „Wir wollen mit dem OKS vermehrt in die Schulen gehen, ihn auf das Land tragen. Da bleiben wir dran“, beschreibt Beate Nilles die Motivation dahinter.

In einem Medien- und Theaterprojekt an der Dährer Schule soll es um Computerspiele und besonders um eine Gegenüberstellung von virtueller und realer Welt gehen. „Die Jugendlichen sollen ein Theaterstück selbst erarbeiten. Ein Stück ohne Happy End“, nahm die OKS-Chefin schon voraus. Neben dem Stück sollen sie die Schaffensphase vom 1. September 2018 bis hin zur Aufzeichnung der Premiere Ende Juli 2019 auch dokumentieren. Die Jugendlichen werden dabei von einer Theaterpädagogin, der örtlichen Schulsozialarbeiterin und bei Kameratrainings des OKS betreut. „Das muss natürlich gefördert werden“, betont Nilles.

Vor diesem Hintergrund betonte Ricardo Feigel die Wichtigkeit des Kanals als Lernort. Beate Nilles nannte den aktuell sehr erfolgreichen Comedystar Ingmar Stadelmann aus Salzwedel als positives Beispiel. Weitere Absolventen und Schüler diverser Filmhochschulen haben sich in 20 Jahren beim OKS ihre ersten Sporen verdient.

Rundfunkgebühren fließen

Zuvor hatte Martin Heine berichtet, welche finanziellen Mittel mit der neuen Lizenz verbunden sind. Aus den Rundfunkgebühren fließen etwa 111.000 Euro für Personal, Räume und Technik an den Offenen Kanal in Salzwedel. Beate Nilles ließ durchblicken, dass bei ihr natürlich der Wunsch nach mehr besteht. Sie erinnerte daran, dass bis 2011 noch die Ausbildung von Mediengestaltern Bild und Ton beim OKS möglich war. Diese Mittel wurden aus Sparzwängen von der Landesmedienanstalt gestrichen. „Tatsächlich können wir es auch heute nicht mehr anbieten“, erklärte Martin Heine, das der Ausbildungsmarkt zu viele freie Stellen anbiete, sodass der Medienanstalt damit die Hände gebunden seien.

Elke Bukowski berichtet daneben vom rührigen Trägerverein des Offenen Kanals. „Wir sind derzeit 33 Mitglieder“, sagte die Vorsitzende und betonte, dass diese Zahl seit 1997 fast konstant geblieben sei. „Das ist ja auch ein Erfolg“, so Bukowski.

Im Gespräch ging es dann wieder um das Nutzer- und Konsumentenverhalten derzeit und in der Zukunft. Vor allem der Weg ins Internet – dort gibt es seit 2017 eine Mediathek – „war richtig und wichtig“, betonte Beate Nilles und Ricardo Feigel ließ auch die mittlerweile gängige HD-Qualität nicht unerwähnt.