Wallstawe l Mit Tempo 80 über die Landstraße tuckern: Das genießen Rudolf Hennigs am Steuer der BMW Isetta und sein Freund Heinz-Dieter Ernst. Von Uelzen aus haben sie sich mit dem Fahrzeug, Baujahr 1959, auf den Weg nach Wallstawe gemacht. „Wir sind zum ersten Mal hier bei dem Treffen. Wir haben durch den Oldtimerclub Lüchow-Dannenberg davon erfahren“, erzählt Rudolf Hennigs. Sein „Schätzchen“ habe er im Jahr 2012 gekauft – mit einem kaputten Motor. „Ich habe alles selbst repariert“, sagt er stolz. Das wolle er anderen gern zeigen. Und da sei so eine Veranstaltung genau das Richtige. Heinz-Dieter Ernst fügt hinzu: „Hier können wir Kollegen kennenlernen, Ersatzteile erstehen, uns austauschen, wo es Nachbauten gibt.“ Dann schlendern die beiden über das Areal am Wallstawer Dorfgemeinschaftshaus.

Vorbei geht es nicht nur an Trabi und Wartburg, sondern auch an der Velocette, Baujahr 1951, die Siegfried Thönert aus Salzwedel wieder aufgebaut hat. Diese werde auch Behördenmotorrad genannt, weil in England damit auch die Polizei unterwegs gewesen sei. „Die Karosserie ist das tragende Teil“, erklärt er hinzu. Das „Schrauben“ sei ihm ärztlich verordnet, erzählt er mit einem Schmunzeln auf den Lippen: „Als Rentner braucht man eine Aufgabe. Da denkt man nicht an Krankheiten.“

Traktor muss auch mal bewegt werden

Derweil fährt Bernd Semmler mit einem Lanz Bulldog, Baujahr 1952, aufs Ausstellungsgelände. „Diesen habe ich von einem alten Herrn gekauft“, verrät der Hanumer, der historische Fahrzeuge sammelt. Schon als Kind habe er sich mit der Technik beschäftigt, die schlicht und einfach sei. „Es ist mein Hobby“, fügt er hinzu. Das Fahren zu solchen Treffen wie in Wallstawe sei ihm wichtig. „Der Traktor muss auch mal bewegt werden“, erklärt Bernd Semmler. Wenn er dann mit Tempo 40 über die Landstraße fährt, dann werde er ab und zu auch von Älteren gegrüßt, „die solch eine Maschine noch aus eigenem Erleben kennen“.

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Ein Multitalent ist der Traktor RS09, Baujahr 1961, den Lutz Winkelmann aus Barnebeck mitgebracht hat. Dieser sei in Schönebeck hergestellt worden, habe eine Hydraulikanlage, eine Dreipunkt-Aufhängung, eine Zugvorrichtung und zwei Zapfwellen vorn und hinten, erklärt er die Details. Und es können 40 verschiedene Anbaugeräte genutzt werden. „Ingenieur Egon Scheuch aus Erfurt hat die Ein-Holm-Bauweise konstruiert und sich patentieren lassen. Deshalb ist sie nur in den DDR-Traktoren zu finden“, erzählt er und fügt hinzu: „Selbst einen Oldtimer zu haben, ist ein schönes, aber auch teures Hobby.“

Gute Unterstützung

Genau hinschauen lohnt sich bei jedem einzelnen ausgestellten Fahrzeug. Wenn sich dann die Chance ergibt, mit dem Besitzer ein Schwätzchen zu machen, dann hat sich der Besuch gelohnt.

Die Wallstawer Oldtimerfreunde, die das Treffen zum neunten Mal organisiert haben, freuen sich über die gute Resonanz. „Wir sind so um die 20 Leute, die sich mit einbringen“, sagt Mitorganisator Tobias Nimmergut. Unterstützung gebe es auch von den Feuerwehrleuten des Ortes, aber auch von vielen Frauen, die „ganz allein das Kuchenbacken organisieren“, bedankt er sich für die Hilfe.

Im nächsten Jahr steht das zehnte Treffen an. Erste Gedanken, wie dieser runde Geburtstag gefeiert werden könne, gebe es schon, verrät Tobias Nimmergut. „Wir wollen abends einen Zelttanz organisieren, die erste Null auf diese Weise in den Mittelpunkt stellen“, blickt er voraus. Und auch für das Veranstaltungsgelände wollen sich die gastgebenden „Schrauber“ noch einige Überraschungen einfallen lassen. Sagt es, grüßt die nächsten Teilnehmer und freut sich, dass sich der Platz weiter füllt.