Salzwedel l Mit mehr Service durch den Lockdown: So lautet das Konzept, mit dem die Einzelhändler vor Ort unter dem Dach der Salzwedeler Werbegemeinschaft gemeinsam durch die Krise kommen wollen. Und Handeln ist dringend erforderlich. Schließlich ist die Lage der kleinen, oft inhabergeführten Läden in Salzwedel alles andere als rosig.

Seit dem 16. Dezember hat der harte Lockdown das Geschäftsleben in der Innenstadt weitgehend zum Erliegen gekommen. Auch Restaurants und Baumärkte sind betroffen. Ob sich an dieser Situation ab dem 31. Januar grundlegend etwas ändert, ist derzeit ungewiss. Ein Blick auf das Infektionsgeschehen gibt wenig Anlass zum Optimismus, die Zahl der Infizierten im Altmarkkreis steigt stetig. Dennoch sind die Impfzentren so leer wie die Einkaufsstraßen.

Kontaktloses Einkaufen

Grund genug also für die Einzelhändler, unter dem Dach der Werbegemeinschaft gemeinsame Ideen für die nächsten Wochen zu entwickeln und umzusetzen.

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„Grundidee ist es, den Kontakt zwischen Kunden und Handel zu halten, ohne dabei in direkten Kontakt zu treten“, erläuterte Jost Fischer. Dazu haben sich zunächst 21 Unternehmen zusammengefunden. Das eigentliche Ladengeschäft ist bei allen für die Kunden geschlossen. Die Kontaktaufnahme erfolgt durch den Kunden telefonisch oder per Internet. Nach der Beratung kann die Abholung oder Lieferung vereinbart werden.

Dass diese Idee auch und gerade in ländlichen Regionen gut funktioniert, konnte Stephan Conrad nur bestätigen.

Flyer kommt demnächst

„In spätestens vier Stunden ist die Abholung der Waren in unserem Unternehmen möglich. Lieferungen können individuell abgesprochen werden“, versicherte der Geschäftsführer vom Hagebaucentrum Salzwedel. Mit seinen Erfahrungen möchte das Unternehmen der Werbegemeinschaft bei der Entwicklung der Idee zur Seite stehen.

„Wenn der entsprechende Bedarf sich abzeichnet, stehen wir bereit, um den Aufbau einer zentralen Lieferung im Raum Salzwedel zu unterstützen“, versicherte Conrad. Der Fachhandel der Region ist seiner Ansicht nach zu 100 Prozent leistungsfähig und in der Lage, in vielen Bereichen diese Aufgabe zu bewältigen.

Jost Fischer möchte daher für diese Art des Verkaufs und für die beteiligten Unternehmen kräftig die Werbetrommel auf drei Schienen rühren. Alle beteiligten Firmen nebst ihren Kontaktdaten finden sich zunächst auf einem Flyer, der am Sonntag, den 17. Januar, mit dem General-Anzeiger in Salzwedel verteilt wird.

Dieser sollte seinen Platz gut sichtbar in den eigenen vier Wänden erhalten, um alle Akteure bei Bedarf stets im Blick zu haben. Außerdem gibt es Informationen auf der Seite altmark-live.de. Von hier aus geht es direkt auf die Seiten der einzelnen Firmen.

Fischer hofft nun, dass die Idee bei Kunden und weiteren Firmen ankommt und sich herumspricht: „Je mehr mitmachen, desto größer ist unsere Leistungsstärke und Attraktivität.“ Ein neuer Flyer könnte dann bereits im Februar erscheinen. Auf der Internetplattform könnten Interessenten sofort einen Platz erhalten.

Wenn sich der Service bewährt, könnte zudem vieles davon auch in die Zeit nach dem Lockdown übertragen werden.