Salzwedel l Der erste Band geht von A bis K, der zweite von L bis Z: Auf 2904 Seiten (für 189 Euro zu haben) ist gebündeltes Wissen über die Orte in der Altmark, auch nicht mehr existierende, zu finden, das jedem, der sich mit Regionalgeschichte intensiv beschäftigt, weiterhelfen kann. Dr. Peter Rohrlach, der Autor des „Historischen Ortslexikons für die Altmark“, ist glücklich, dass er die Arbeit beenden konnte, auch wenn er aufgrund gesundheitlicher Probleme oft im Zweifel gewesen sei, ob er es schaffe. „Aber es ist geglückt“, sagte er am Mittwoch zufrieden während der Vorstellung im Salzwedeler Musikschul-Saal.

Preußische Gründlichkeit

Für die Altmark habe das nun vorliegende, wahrlich schwergewichtige Lexikon durchaus ein Alleinstellungsmerkmal, sagte Dr. Detlev Heiden vom Landesarchiv Sachsen-Anhalt. Denn herausgegeben worden sei es vom Brandenburgischen Landeshauptarchiv. „Für Sachsen-Anhalt haben wir so ein Werk noch nicht geschafft“, fügte er hinzu. Dr. Christoph Volkmar, 2. Vorsitzender der Historischen Kommission für Sachsen-Anhalt, lobte, dass das „fundamentale Werk nach langer Genese abgeschlossen werden konnte. Ein Meilenstein ist für die Wissenschaft erreicht“. Im Ortslexikon würde methodisch durchdachtes Material zur Verfügung gestellt. Es sei ein Baustein beim Wiederaufbau der landesgeschichtlichen Infrastruktur. Intensiv gearbeitet werde derzeit am Bau- und Denkmälerinventar für Stendal. Die Sonderveröffentlichung solle Ende des Jahres fertig sein. „Die Altmark ist ein Vorbild für Sachsen-Anhalt. Keine andere Region ist so gut erforscht“, sagte Christoph Volkmar und gab das Wort an Prof. Dr. Klaus Neitmann vom Brandenburgischen Landesarchivs weiter. Der Herausgeber des vorliegenden Ortslexikons erläuterte, dass sämtliche seit dem hochmittelalterlichen Landesausbau namentlich überlieferte Ortschaften und Wohnplätze der Altmark (in den Grenzen von 1686) erfasst und nach einem Zehn-Punkte-Schema beleuchtet worden seien. Hauptschwerpunkt würde auf der Herrschaftszugehörigkeit sowie der Wirtschafts- und Sozialstruktur liegen. „Das Werk liefert reichhaltigen Quellenstoff und ortshistorische Informationen“, sagte Klaus Neitmann. Der preußischen Gründichkeit sei es zu verdanken, dass solche Zeugnisse hinterlassen wurden. Die archivalischen Quellen seien präzise beschrieben. Es gebe eine Übersichtskarte aller behandelten Orte.

Gebietumfang nicht eindeutig

Peter Rohrlach verwies darauf, dass dies kein abschließendes Werk sei, sondern nachfolgende Generationen noch jede Menge zusammentragen könnten. So sei der Gebietsumfang der Altmark keineswegs eindeutig dargestellt. Im Süden beispielsweise hätten sich die Hohenzollern für die Jagd in der Colbitz-Letzlinger Heide immer mal wieder ein Stück einverleibt. Zugrunde liege dem Werk das Kataster von 1686 für die Altmark, das für Stendal als verschollen galt und mit Hilfe von Hartmut Bock aus Jübar in der Region Diesdorf wieder entdeckt worden sei. Vielfach abgeänderte Ortsnamen, Veränderungen bei der Gerichtsorganisation, verlorengegangene Quellen: Der Autor ist auch auf Probleme gestoßen, hat aber versucht, das Bekannte zusammenzuführen. So ist im Ortslexikon auch Wissenswertes zur Geografie, zu Bevölkerungsziffern, Siedlungsformen, Ersterwähnung und mehr nachzulesen.