Salzwedel l Es ist eine Selbstverständlichkeit: Hahn aufdrehen und schon fließt reichlich Trinkwasser bester Qualität. Doch auch in Salzwedel und Umgebung sind die Mengen nicht unendlich. Bei hohen Abnahmen erreichen die Reservoire und Brunnen in den Wasserwerken des Salzwedeler Wasserverbandes ihre Grenzen, wie dessen Geschäftsführer Jens Schütte erklärt. Und das sei momentan der Fall. „Wir liegen weit über dem Mittel, am zurückliegenden Wochenende wurden Spitzenwerte erreicht“, sagt er. Da das heiße Wetter noch einige Zeit anhalten soll, bereitet ihm das Sorge. Denn sowohl technisch als auch rechtlich seien die möglichen Kapazitäten erreicht und überschritten. Es gebe gesetzliche Vorgaben wie viel Grundwasser maximal entnommen werden darf und auch praktisch sei es nicht unbegrenzt möglich, ständig große Mengen bereitzustellen.

Der Grund für den extrem gestiegenen Verbrauch von Trinkwasser ist schnell ausgemacht: Die Rasensprenger laufen auf Hochtouren. Dabei sei den meisten Nutzern gar nicht bewusst, wie viele Kubikmeter Wasser die Beregner auf die Grünflächen spritzen. „Das sind in kürzester Zeit mehrere Tausend Liter“, warnt Schütte. Er appelliert, das Bewässern bis auf Weiteres einzustellen: „Bevor wir es verbieten müssen.“ Dies sei in anderen Regionen bereits erfolgt. Mit einer Gießkanne Blumen oder Gemüsepflanzen zu gießen, sei natürlich weiterhin möglich. Dabei werde nicht annähernd soviel verbraucht, wie beim Beregnen, denn es wirke die physische Kapazitätsgrenze, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Private Brunnen problematisch

Wer denkt: „Das geht mich nichts an, ich habe einen eigenen Brunnen“, ist auf dem Holzweg. Mit privater Entnahme wird ebenfalls in die Grundwasservorräte eingegriffen. Angesichts zunehmender Trockenperioden füllen die sich nicht mehr so schnell auf und bis Oberflächenwasser dort ankommt, dauert es Jahre.

Mehr als 1000 Kilometer Rohrnetz und drei Hochbehälter als Reserve und Ausgleich bei einem besonders hohen Verbrauch, sorgen dafür, dass den Kunden des VKWA stets ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Durchschnittlich 85 Liter verbraucht jeder Einwohner pro Tag. Werden der gewerbliche und öffentliche Bedarf hinzugerechnet sind es im Schnitt 115 Liter pro Person.

Bei diesen Mittelwerten sei die Versorgung kein Problem, sagt der Geschäftsführer. Große Schwankungen im Jahresvolumen bereiteten allerdings Probleme. So könnte im Januar und Februar locker ein kleines Wasserwerk seinen Dienst einstellen. Seit der Hitzewelle sieht das anders aus. Sowohl in Nipkendey als auch in Siedenlangenbeck haben sich die täglichen Entnahmewerte um mehrere hundert bis tausend Kubikmeter erhöht.