Salzwedel l Mit dem Nachtrennen begannen am Sonnabend die 10. Salzwedeler Radrenntage. Rennleiter Frank Witte konnte zu dem zum zweiten Mal stattfindenden Wettstreit 24 Fahrer auf den anspruchsvollen Innenstadtkurs schicken. Eine Ursache dafür, dass nicht noch mehr Radsportler die Herausforderung angenommen hatten, lag in der jüngsten Lizenzreform.

„Die 24 gemeldeten Fahrer gehören zur Gruppe der Elite-Amateure, der höchsten Klasse unterhalb der Profis“, erläuterte Witte, der zugleich Präsident des Radsportverbandes Sachsen-Anhalt ist. Als solche dürfen diese Radrennfahrer nicht in einem Rennen gemeinsam mit unterklassigen Fahrern antreten. Für ein größeres Teilnehmerfeld wären damit mehrere getrennte Rennen erforderlich gewesen. „Das wäre für unser Team organisatorisch nicht machbar gewesen“, sagte Jost Fischer von der Salzwedeler Werbegemeinschaft, der sich dennoch freute, dass auch Neulinge auf die Strecke gegangen seien. Viele von ihnen hätten signalisiert, dass sie die „Hölle des Ostens“ gern noch einmal erleben wollen.

Tempo 48 in schnellster Runde

„Das Starterfeld war qualitativ sehr hochwertig“, sagte Karl-Heinz Pollehn vom Verein Radsport 09 Salzwedel, der die Veranstaltung mit organisiert, am Sonntag. 47 Runden á 1,35 Kilometer seien zu absolvieren gewesen. Die schnellste Runde sei mit Tempo 48 gefahren worden. Auf den Geraden seien die Rennfahrer mit 60 bis 70 Kilometer pro Stunde gerollt. Den Sieg holte sich Max Lindenau aus Hamburg, der im Vorjahr bei der Premiere Dritter geworden war.

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Der Sonntagvormittag stand ganz im Zeichen der jüngsten Radler. Vorm Start musste erstmal die Anmeldung erfolgen. Dafür gab es die Startnummern, die auch Marie Heymann ihren Söhnen Bastian (7) und Jannes (4) auf die Brust klebte. „Die beiden machen seit dem Bobbycar-Alter mit“, erzählte die Mutter stolz und fügte hinzu: „Hauptsache, sie kommen im Ziel an und bleiben unverletzt.“ Der kleine Jonas (3) war auf seinem Laufrad schon ganz schön aufgeregt. Denn für ihn war die Tour im Bobbycar- und Laufradrennen die Premiere. „Ich habe in der Zeitung davon gelesen. Da dachte ich, das wäre was für meinen Kleinen. Denn Laufradfahren macht ihm viel Spaß“, sagte Mutti Anja Bannier.

Friedenstauben steigen auf

Bevor die Jüngsten an die Startlinie in der Breite Straße geleitet wurden, stiegen Friedenstauben in die Luft: Fritz Fischer hatte die Gefiederten mitgebracht. Dann schickte Karl-Heinz Pollehn die aufgeregten „Jung-Rennfahrer“ auf die kurze Strecke. Der Jüngste war übrigens der 15 Monate alte Moritz Felbinger aus Salzwedel, der von seinen Geschwistern begleitet wurde. „Er hat einen Außenbordmotor“, merkte Moderator Jost Fischer lächelnd an. Hans-Jörg Schulze fuhr dem Tross auf seinem Hochrad hinterher. Er führte zudem die Teilnehmer des Jahrganges 2008/09 an, die aber nicht lange hinter dem altehrwürdigen Rad blieben, sondern dieses rasch überholten.

Für die Kinder gab es nicht nur kleine Preise, sondern auch eine Tombola. Der Hauptpreis, ein Fahrrad, das Thomas Roßbander gesponsert hat, ging an den 13-jährigen Lorenz König.

Spurt im Ausscheidungsrennen

Hobbyrennen und Wettbewerbe der Amateure schlossen sich an. Höhepunkt war das Ausscheidungsrennen um den Großen Preis der Werbegemeinschaft, bei dem zwölf Radrennfahrer an den Start gingen. In jeder Runde schied der Letzte aus. Den Sieg holte sich Matthias Sellnow vom Verein CP-Cycling vor Matthias Sterly vom RC Bergedorf 1988 und Maik Schapelt vom VfB Fallersleben Racing-Team.

Nach der Siegerehrung klatschten sich Karl-Heinz Pollehn und Rennarzt Dr. Hartmut Steffens ab: Es hatte keine größeren Unfälle gegeben.