Salzwedel l Insgesamt 4716 Quadratkilometer mit 202.000 Einwohnern umfasst das Einsatzgebiet der Leitstelle Altmark. Die Zahl der in der Altmark lebenden Menschen sei dabei weniger das Problem und im Vergleich zu anderen Regionen eher wenig. „Aber die Fläche erschlägt uns fast“, sagte der Sachgebietsleiter für den Katastrophenschutz beim Altmarkkreis, Rüdiger Wührl, am Donnerstagabend im Ordnungs- und Umweltausschuss. Dort gab er einige Informationen zur Arbeit in der gemeinsamen Leitstelle der Landkreise, die seit knapp vier Jahren in Betrieb ist.

Zu ihrem Bereich gehören 344 Feuerwehren, das ist ein Fünftel aller Wehren in Sachsen-Anhalt. 674 Einsatzfahrzeuge sind in dem Gebiet der Leitstelle unterwegs, durchschnittlich gibt es 35.000 Rettungsdiensteinsätze im Jahr. 16 Rettungswachen und acht Notarztstützpunkte sind über die Fläche der Altmark verteilt. Zu den 100.000 Anrufen, die die 18 Mitarbeiter entgegennehmen gehören neben klassischen Notrufen auch Anfragen verschiedenster Art. Gearbeitet wird wochentags im Drei-Schicht-System. Jeweils drei Mitarbeiter sind im Tag-, Spät- und Nachtdienst anwesend. Am Wochenende sind zwei Beschäftigte zwölf Stunden am Tag und zwei weitere in der Nacht vor Ort, informierte Wührl über einige aktuelle Zahlen.

38 Städte und Gemeinden

Zu ihren Aufgaben gehört die Entgegennahme und Bearbeitung alle Notrufe und Hilfeersuchen, die Alarmierung der Feuerwehren zu Brand- und Hilfeleistungseinsätzen. Zudem sind sie für die Leitung und Überwachung der Einsätze des Rettungsdienstes zuständig, wobei bei der Alarmierung eine Trennung in beide Landkreise erfolgt, um die Ortskenntnis zu erleichtern. Immerhin werden insgesamt 38 Städte und Gemeinden betreut.

Exotischer Einsatz für Stendaler Feuerwehr

Stendal (bb) l Die Stendaler Feuerwehr musste eine gefährliche Spinne einfangen. Das Tier war von einer Familie in der Wahrburger Straße in einer Banane entdeckt worden, wie die Leitstelle Altmark bestätigte. Ob das Tier gefährlich war, wird jetzt in Berlin untersucht.

  • Eine etwa drei Zentimeter (Körpergröße) große Bananenspinne (Phoneutria nigriventer). Ist solche ein Exemplar in der Wohnung eines Stendaler Ehepaares gefunden worden? Wenn ja, wäre das gefährlich, denn diese Spinnen sind hochgiftig. Foto: Peter Kneffel/ dpa

    Eine etwa drei Zentimeter (Körpergröße) große Bananenspinne (Phoneutria nigri...

  • Der Stendaler Lutz Ingoma Johns zeigt den Schrank, in dem die Banane mit Spinne aufgehoben worden war. Foto: Roberto Abramowski

    Der Stendaler Lutz Ingoma Johns zeigt den Schrank, in dem die Banane mit Spinne aufgehoben worden...

  • Der Stendaler Lutz Igoma Johns zeigt die Stelle, wo die Feuerwehrleute die Spinnen gefangen haben. Foto: Roberto Abramowski

    Der Stendaler Lutz Igoma Johns zeigt die Stelle, wo die Feuerwehrleute die Spinnen gefangen haben...

  • Mit Schutzanzug ging es in die Stendaler Wohnung auf Spinnenfang. Foto: Roberto Abramowski

    Mit Schutzanzug ging es in die Stendaler Wohnung auf Spinnenfang. Foto: Roberto Abramowski

  • Ein Handyfoto zeigt die schwarze Spinne, die von der Feuerwehr gefangen wurde. Repro: Roberto Abramowski

    Ein Handyfoto zeigt die schwarze Spinne, die von der Feuerwehr gefangen wurde. Repro: Roberto Abr...

  • Sind dies tatsächlich gefährliche Bananenspinnen? Sie wurden von der Feuerwehr aus der Wohnung eines Stendaler Rentnerpaares geholt. Foto: Roberto Abramowski

    Sind dies tatsächlich gefährliche Bananenspinnen? Sie wurden von der Feuerwehr aus der ...

Im Ernstfall alarmieren die Mitarbeiter auch die Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes und führen diese, bis der Stab übernimmt. Eine Zusammenarbeit mit den Polizeidienststellen beispielsweise bei Wildunfällen und Angelegenheiten der allgemeinen Gefahrenabwehr gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum, informiert Wührl.

Bessere Kommunikation

Im kommenden Jahr stehen einige Neuerungen auf der Agenda. Ab März müssen alle Neuwagen in Europa mit einem automatischen Notrufsystem – eCall – ausgerüstet sein, das Unfälle an die einheitliche Notrufnummer 112 meldet. Erste Tests dazu seien erfolgreich gelaufen. Ab 1. Januar 2018 ist es einsatzbereit. Dann wird auch ein neues digitales Notrufabfragesystem eingeführt. Es gewährleiste beim Erfassen der Einsätze zügige und qualitätsgesicherte Abfragergebnisse. „Die bisherige Technologie ist überholt“, so Wührl. Wichtig dafür sei die Erneuerung des digitalen Funknetzes nach Möglichkeit mit Glasfaser.

Einheitliches Handeln, einheitliche Sprache und Ausbildung, eine zentrale Ansteuerung und gemeinsame Auskunftsdaten soll der Einsatz der Software Fireboard ermöglichen. Ziel sei eine bessere Kommunikation zwischen Leitstelle und Feuerwehren bei Großschadenslagen.