Salzwedel l Bei Gegenverkehr wird es im Nordbockhorn eng. Wer, aus Richtung Südbockhorn kommend, ins Stadtzentrum will, muss hinter parkenden Autos warten. Die Bürgersteige sind schmal. Nicht selten werden sie befahren, wenn Autofahrer die Situation falsch einschätzen und sich plötzlich zwei Autos gegenüberstehen. Das stelle eine erhebliche Belastung für die Anwohner dar, begründete Sabine Danicke (Freie Fraktion) in der Sitzung des Verkehrsausschusses den Vorschlag, den Nordbockhorn zur Einbahnstraße zu deklarieren. Dort bildeten sich regelmäßig Staus.

Die Hürden dafür seien hoch, erklärte Bürgeramtsleiter Andreas Hensel. Um die Verkehrsführung ändern zu können, müsse unter anderem eine erhebliche Gefahrenlage bestehen. Staus seien dort nicht festgestellt worden und wären auch keine Voraussetzung, um eine Einbahnstraße auszuweisen. Von der Stadtverwaltung gebe es deshalb keine positive Stellungnahme.

Keine Gefährdung

Ähnlich äußerte sich Peter Klahs, Verkehrsexperte im Salzwedeler Polizeirevier: „Das wäre nichts weiter, als den Verkehr in andere Straßen zu schicken.“ Im Nordbockhorn gebe es keine Unfälle oder Geschwindigkeitsüberschreitungen und auch keine Gefährdung für Fußgänger oder Radfahrer.

Lediglich angeschrammte Spiegel aufgrund der Enge in der Straße habe die Polizei verzeichnet. Seiner Meinung nach nichts, was die Ausweisung zur Einbahnstraße rechtfertigen würde. Straßen seien dafür da, den Verkehr aufzunehmen, betonte er.

Antrag abgelehnt

Eine Änderung dort wäre unnötig, befand auch Alke Seibt (Die Linke). Norbert Hundt (SPD) sah die Situation im Nordbockhorn als zu dramatisch dargestellt. Damit wollte sich Ausschuss-Chefin Sabine Danicke nicht zufriedengeben und verwies auf die Neuperver Straße, bei der die Einbahnstraßenregelung ja auch funktioniere. Durchsetzen konnte sie sich damit nicht. Der Antrag der Freien Fraktion wurde abgelehnt.