Salzwedel l 2018 steht an der Lessing-Ganztagsschule in Salzwedel unter dem Zeichen der Digitalisierung. Das kündigte Schulleiterin Heike Herrmann zum Tag der offenen Tür an. Die Schule hat mit ihrem innovativen Ansatz im Konzept zur medienpädagogischen Gestaltung überzeugt. Es war Voraussetzung, um den Antrag auf Geld aus einem speziellen Förderprogramm – finanziert aus Mitteln der EU – stellen zu können. Dies musste für die erste Runde laut einer eigens aufgelegten IKT-Richtlinie (Informations- und Kommunikationstechnologien) bis zum 30. Juni vergangenen Jahres erfolgen. Der Altmarkkreis hatte zügig reagiert und zunächst fünf Schulen aufgenommen, neben der Lessingschule, die Berufsschule, das Gymnasium Beetzendorf sowie die Sekundarschulen Kalbe und Beetzendorf. Die Anforderungen für die Beantragung waren hoch, weshalb sich das Kreis-Schulamt externen Beistand geholt hatte. Unter anderem waren umfangreiche und stichhaltige Konzepte vorzulegen und eine Bestandssicherheit der Schul- standorte nachzuweisen.

Anfang November gingen für alle fünf Schulen Bewilligungsbescheide für eine Gesamtinvestitionssumme von 912 .408 Euro ein. Der Kreis muss einen Eigenanteil von 25 Prozent aufbringen, was 228 .102 Euro ausmacht.

Vorbereitungen laufen

Momentan laufen die Vorbereitungen für die öffentlichen Ausschreibungen. Für die Berufsschule sowie für die Sekundarschulen Kalbe und Lessing sind umfangreiche Arbeiten zur Herstellung einer kompletten, strukturierten Verkabelung geplant. Sie erfolgen zum größten Teil in den Sommerferien. „Es ist vorgesehen, die Maßnahmen im vierten Quartal 2018 einschließlich der Installation moderner Informationstechnik abzuschließen“, erklärt Kreissprecherin Birgit Eurich. Dazu gehören auch neue Computer und andere digitale Arbeitsgeräte.

In der Sekundarschule und im Gymnasium Beetzendorf wird die Verkabelung nicht gefördert. Diese beiden Vorhaben werden dennoch umgesetzt und bis zum Sommer fertiggestellt. Die Finanzierung erfolgt zu 100 Prozent über den Landkreis. Bewilligt wurde die entsprechende digitale Technik, ihr Einbau ist für die Zeit nach den Ferien geplant.

Übertragungsraten nicht mehr zeitgemäß

Soweit so gut. Was Landrat Michael Ziche umtreibt: „Neun der 17 Schulen haben einen Internetanschluss von nicht mal 50 MBit.“ So die Berufsschule, an der auch Informationstechnische Assistenz ein Ausbildungsberuf ist. Ganz schlecht soll es mit dem Anschluss ans Internet, nach Kenntnis des Landrates, auch an der Sekundarschule Dähre aussehen. Der Seitenhieb zielt auf die Telekom, als Netzbetreiber in allen größeren Orten des Kreises, in denen sich die Schulstandorte befinden. Der Landrat als langjähriger Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitband Altmark setzt sich für Glasfaser bis in Haus in allen Orten ein und hält derartige Übertragungsraten, bedingt durch die von der Telekom verwendete Vectoring-Technik mit Kupferkabeln, für nicht mehr zeitgemäß.

Demnächst sei beabsichtigt, für die restlichen zwölf Schulen das IKT-Fördergeld in folgender Reihenfolge zu beantragen: Gymnasien Salzwedel und Gardelegen, Sekundarschulen Mieste, Klötze, Gardelegen, Dähre, Comenius Salzwedel und Arendsee sowie Förderschulen für Lernbehinderte und für Geistigbehinderte in Salzwedel und Gardelegen. Die Konzepte für das Vorverfahren wurden zum 31. Dezember beim Landesschulamt und beim Finanzministerium eingereicht. Mit dem Ergebnis sei bis März zu rechnen. Die Maximalfördersumme je Schule beträgt 238 .000 Euro.