Salzwedel/Klötze l Die Enttäuschung war im Sommer groß, als klar war, dass es 2018/2019 nur noch an drei Grundschulen im Altmarkkreis Schulsozialarbeit geben wird. Dabei hatte die Verwaltung in einer Stellungnahme an das Land für alle Schulformen das Erfordernis von Schulsozialarbeit angemeldet. Für die höheren Schulen hat es geklappt, aber nicht für die Jüngsten.

Die Mitarbeiterinnen der Netzwerkstelle Schulerfolg sichern, Annemarie Schmidt und Doreen Schulz, schlagen schon seit längerem Alarm, indem sie mehrfach darauf verwiesen, dass die Förderung über den Europäische Sozialfonds 2020 ausläuft und nach wie vor nicht klar ist, was danach passiert. Dabei sei gerade in der Schulsozialarbeit Kontinuität so wichtig, weil sie auf Vertrauen beruhe und nur über längere Zeiträume erfolgreich sein könne. Momentan wüssten die Schulsozialarbeiter nicht, ob sie ihren Job in zwei Jahren noch haben und auch die Netzwerkstelle hängt von der Förderung ab, wie Doreen Schulz erklärt.

Elternvertreter nervös

Inzwischen werden auch die Elternvertretungen nervös. In Klötze hat sich eine Elterninitiative „Pro Schulsozialarbeit“ gegründet und ruft für den 29. Oktober in der Aula der Klötzer Sekundarschule Dr. Salvador Allende zu einer Unterschriftenaktion auf.

Indes ist auf Landesebene immer noch nicht geklärt, wohin es mit der Schulsozialarbeit im Land gehen soll. Das liege auch daran, dass es für 2019 einen Einzelhaushalt gibt und die Schulsozialarbeit für nächstes Jahr noch sicher ist, erklärt der Pressesprecher des Bildungsministeriums, Stefan Thurmann. Dabei sieht Bildungsminister Marco Thullner die Schulsozialarbeit als vollen Erfolg, sagt er auf Anfrage der Volksstimme. Es bestehe breite Einigkeit darin, das Programm auch nach 2020 fortzusetzen.

Zwei Wege

„Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten wir derzeit an zwei Wegen“, erklärt Thullner. Einerseits wurde das Programm bei der Europäischen Kommission zur Verlängerung angemeldet, andererseits wird eine vollständige Finanzierung aus Landesmitteln diskutiert. Allerdings seien die mindestens 28 Millionen Euro, die das kosten würde, eine hohe Hürde. Thullner: „Ich bin allerdings sehr zuversichtlich, dass es uns gelingen wird, die Schulsozialarbeit langfristig zu verankern.“

Ob sie auch an Grundschulen etabliert wird, bleibt offen. Allerdings soll die Zahl der pädagogischen Mitarbeiter landesweit um 350 von derzeit 1450 auf 1800 erhöht werden. Die Ausschreibung soll noch in diesem Jahr erfolgen, sodass die Stellenbesetzungen zum Schuljahr 2019/2020 möglich werden, erklärt der Pressesprecher. Priorität haben Förderschulen, gefolgt von Grund- und Ganztagsschulen. Er geht davon aus, dass das Interesse größer ist, als bei den ausgeschriebenen Stellen für Lehrer.