Diesdorf l „Ich habe noch eine Änderung zur Tagesordnung. Mir liegen drei Anträge vom Diesdorfer Sportverein vor, über die wir heute beraten sollten“: Das sagte Diesdorfs Bürgermeister Fritz Kloß am Dienstagabend während der Ratssitzung. Eine Beschlussfassung sei nicht möglich, da die Punkte nicht Bestandteil der fristgerecht zugestellten Tagesordnung seien.

Er berichtete darüber, dass der Verein plane, auf dem Areal der Sportanlage Am Wohld ein neues Sozialgebäude mit Multifunktionsraum bauen zu lassen. Sanitäranlagen und Umkleideräume gebe es derzeit dort nicht. „Der Sportverein ist dabei, Förderanträge zu stellen“, erklärte Fritz Kloß. Er erinnerte daran, dass das Projekt während des Rundganges zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ als Aktivität vorgestellt worden sei, damit sich dort die Bedingungen verbessern.

Doch ganz ohne Unterstützung der Gemeinde lasse sich das Vorhaben nicht umsetzen. „Beim ersten Antrag wird die Gemeinde gebeten, die Kosten für die Erschließung zu übernehmen“, sagte der Bürgermeister. Der Kostenvoranschlag belaufe sich auf 12 500 Euro. Um für nicht Geplantes gerüstet zu sein, müssten 15 000 Euro eingeplant werden.

Engagement gelobt

Im zweiten Antrag werde um die Kofinanzierung für Fördergelder vom Landkreis und Kreissportbund gebeten. Die Förderung belaufe sich auf maximal 10 000 Euro. Davon müsse die Kommune zehn Prozent beisteuern, was 1000 Euro entspreche. „Wenn die Gemeinde das Geld nicht zur Verfügung stellt, dann gibt es die Förderung nicht“, machte Ratsfrau Sylke Laschewski deutlich.

Antrag Nr. 3 betraf einen nicht geförderten Restbetrag von 14 000 Euro, der in den Jahren 2018/19 finanziert werden müsste.

Fritz Kloß merkte an, dass die Gemeinde jetzt das große Projekt Sanitärgebäude am Erlebnisbad Diesdorf beginne. „Die genauen Kosten können wir jetzt noch nicht abschätzen. Wir müssen gucken, was unterm Strich übrig bleibt“, dämpfte er zu hohe Erwartungen, dass die Gemeinde die beantragten Gelder auf einmal zusteuern könne.

Toiletten sind notwendig

Ratsherr Florian Fischbeck fand es klasse, dass der Sportverein nach Möglichkeiten suche, wie er an Fördergelder komme. Gemeinderat Ulf Knoblauch bezeichnete es als „unstrittig“, dass Duschen und Toiletten am neuen Sportplatz gebaut werden müssten. Er sei jedoch der Meinung, dass der Multifunktionsraum dort nicht hin müsse. Die gleiche Meinung vertrat Ratsherr Daniel Rieck: „Manche Sparten kommen gar nicht auf den neuen Platz. Der Raum wäre dann nur für die Fußballer.“ Auch Gemeinderat Detleff Bill hegte Zweifel daran, dass der Raum allen zugute komme. „Dort sollen sportliche Aktivitäten erfolgen“, warf Sylke Laschewski ein, die im Sportverein sehr engagiert ist. Sie bezeichnete die kontroverse Diskussion als „traurig“ und warf dem Rat vor, „unsachlich“ zu sein. Dann stand sie auf und ging.

Daniel Rieck regte an, die vorhandenen Duschen in der Turnhalle auf Vordermann zu bringen. Die Sportler würden dort sowieso parken. Dann sei eine Sanitäranlage auf dem neuen Sportplatz ausreichend.

Ratsfrau Sabine Allnoch versuchte, die Wogen etwas zu glätten: „Wir sollten den Sportverein so unterstützen, wie es beantragt ist. Und wenn wir dann irgendwann Geld haben, dann müssen wir auch in der Turnhalle die Duschen und Toiletten sanieren.“

Bauen auf Etat-Beratung 2018

Dem Vorschlag stimmten die anwesenden Ratsmitglieder zu. Der Bürgermeister fasste das Ergebnis der Beratung zusammen: „Wir wollen den Sportverein unterstützen. Bei der Haushaltsberatung für 2018 wollen wir das Geld für die Erschließung einplanen.“ Die 1000 Euro als Kofinanzierung für die Fördergelder sollen auf jeden Fall aufgebracht werden.