Salzwedel l Kurz brandete Beifall auf, als Bürgermeisterin Sabine Blümel in der Sitzung des Hauptausschusses deutlich machte, dass die Stadt in Rekordzeit die Unterlagen für die Sanierung des Werner-Seelenbinder-Stadions und des Waldbads Liesten zusammengestellt und sämtliche Kosten ermittelt hat. „Das war sportlich und eine Herausforderung“, sagte Blümel.

Hintergrund der Aktion: Am 3. August 2018 hatte Blümel vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ erfahren. Erst am 15. konnte sie die Voraussetzungen einer möglichen Förderung einsehen und bis heute müssen die Anträge gestellt sein. Zudem müsse der Stadtrat bis zum 20. September eine Entscheidung fällen.

Um wie viel Geld geht es? Das Förderprogramm ist 100 Millionen Euro schwer. Und Blümel ist zuversichtlich, dass die „beiden Projekte eine echte Chance haben, weil sie sehr wichtig sind“. Welches Projekt es wird, das könne sie nicht sagen, aber „wir werden uns die Finger wund schreiben“, versprach sie den Mitgliedern des Ausschusses.

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Verwaltung hofft auf die Kommunalaufsicht

Voraussichtlich am 17. Oktober wird eine Jury dem Bundesministerium des Inneren Vorschläge machen, welche Vorhaben gefördert werden sollen. Normalerweise müssen Kommunen, die in den Genuss von Zuschüssen aus dem Programm kommen wollen, 55 Prozent der Kosten tragen.

Doch das kann die Stadt in der gegenwärtigen finanziellen Lage nicht leisten. Deshalb hofft sie, dass ihr die Kommunalaufsicht eine Haushaltsnotlage bescheinigt. Dies habe die Kommunalaufsicht zugesagt. Das hätte zur Folge, dass Salzwedel nur zehn Prozent der Investitionskosten finanzieren müsste. Die liegen beim Werner-Seelenbinder-Stadion bei rund 1,9 Millionen Euro – das wären für die Stadt rund 196.000 Euro. Beim Waldbad Liesten liegt die Summe bei rund 1,8 Millionen, beziehungsweise 182.000 Euro.

Flutlichtanlage im Gespräch

Auch das Mehrgenerationenhaus würde laut Blümel gut in das Förderprogramm passen. Allerdings reiche die Investitionssumme nicht aus, um Fördergelder zu erhalten, machte Blümel deutlich. Denn der Bundesanteil der Förderung soll in der Regel bei zwischen 1 bis 4 Millionen Euro liegen.

Das Werner-Seelenbinder-Stadion in Salzwedel soll im Zuge der Sanierung unter anderem eine neue Flutlichtanlage erhalten. Auch die Verwirklichung eines Kunstrasenplatzes ist in die Planung aufgenommen worden, ebenso die Beregnungsanlage. Für das Waldbad Liesten sind ein neues Kinderbecken sowie neue Wassertechnik vorgesehen.

Hendrik Stiller, Mitglied im Förderverein Fußball des SV Eintracht Salzwedel, hatte in der Einwohnerfragestunde wissen wollen, ob sich die Stadt mit dem Förderprogramm beschäftige. Er freute sich dann umso mehr über das Engagement der Stadt.