Salzwedel/Tylsen l Die Störche kommen derzeit aus ihren Winterquartieren zurück in die Altmark. Die ersten Westzieher kehrten bereits Ende Februar in die heimischen Gefilde zurück. „Der erste Storch, den wir beobachten konnten, ist am 27. Februar in Siedenlangenbeck gelandet. Einen Tag später kam ein weiterer in Vissum an“, erklärt Thomas Koberstein, einer von vier Weißstorchbeauftragten in der westlichen Altmark. Mitte März sei die Nachhut der Westzieher angekommen.

Von Tag zu Tag mehr Nester besetzt

„In der vergangenen Woche traf dann die erste Welle der Ostzieher ein. Wir haben derzeit zwei Störche in Siedenlangenbeck, ein Männchen am Dambecker Kloster sowie eines in Dambeck selbst“, so Koberstein. Auch das Nest an der Hoyersburger Straße in Salzwedel sei wieder besetzt. Von Tag zu Tag würden mehr Nester besetzt.

In Tylsen ist Johannes Hirsch der Ansprechpartner für den Weißstorchbeauftragten. Hirsch hatte den ersten Adebar am 26. März um 16 Uhr registriert. Dieser allerdings war nicht beringt. Am vergangenen Freitag und Sonnabend flogen zwei Störche das Nest auf der Tylsener Kirche an und vertrieben den „Vormieter“. „Beide sind beringt. Deshalb gehe ich davon aus, dass es sich um Max und Emma handelt. Sie kommen seit 2012 nach Tylsen“, berichtet Johannes Hirsch. Sicherheit darüber gebe es aber erst, wenn die von der Reise beschmutzten Ringe, vom Regen sauber gewaschen seien und die Nummern zum Vorschein kommen.

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Tylsener führt Buch

Wohlzufühlen scheint sich das Paar aber auf jeden Fall. Bereits kurz nach der Ankunft des Weibchens am 1. April konnte Johannes Hirsch die Paarung beobachten. Seit 2007 führt der Tylsener Buch über die Aktivitäten der Tylsener Störche. In der ehemaligen Leichenhalle der Kirche sind Holzbretter mit allen Beobachtungen aufgestellt. Dort steht auch der Fernseher, der die Bilder der Storchenkamera zeigt. „Interessenten sind jederzeit willkommen, sollten sich aber vorher bei mir melden, damit ich auch da bin“, so Johannes Hirsch.

Aufgrund der frühen Ankunft der Adebare hoffen die Beobachter auf ein gutes Storchenjahr. „2016 kamen sie ex-trem spät. Dieses Jahr müssten Pärchenbildung und Begattung besser erfolgen können“, sagt Thomas Koberstein. Allerdings, schränkt der Weißstorchbeauftragte ein, habe es der Storch zunehmend schwerer bei uns. „Die Wiesen sind sehr schnell trocken, es gibt kaum Mäusepopulation. Außerhalb der Orte ist die Amphibienwanderung zudem sehr gering.“

Immer wieder würden Störche aber auch Opfer landwirtschaftlicher Maschinen. Im Vorjahr sei beispielsweise ein Männchen bei Dambeck bei der Wiesenmad verletzt worden. Johannes Hirsch sieht aber auch die Fütterung des Storchennachwuchses als Problem. „In den ersten Wochen werden die Jungstörche nur mit Regenwürmern gefüttert. Bei den vielen Maisflächen, die es heutzutage bei uns gibt, haben es die Störche schwer, genügend Würmer zu finden.“