Salzwedel l „Tina – The Rock Legend“ hat sich vor einer großartigen Künstlerin verneigt. Denn Tina Turner ist eine Rock-Legende in zweifacher Hinsicht. Zum einen gesanglich, zum anderen hinsichtlich ihrer Garderobe. Bis zu ihrem letzten Konzert am 5. Mai 2009 im britischen Sheffield rockte die damals 69-jährige Queen of Rock‘n‘Roll, wie stets, im kürzesten Lederrock der Musikgeschichte über die Bühne. Im vergangenen Jahr feierte die Sängerin nun ihren 80. Geburtstag. Ein Leben, das nicht nur von Erfolgen gekrönt war, sondern auch viele dunkle Seiten beinhaltete. Die Aufführung in der Hansestadt, moderiert von Thomas Hinrich, gestattete einen kleinen Einblick.

Es war erst die Loslösung von ihrem Ehemann Ike, die ihr den Start in eine grandiose musikalische Solokarriere ermöglichte.

Die Show in Salzwedel präsentierte in einer rund zweistündigen Darbietung, in einem fast ausverkauften Haus, die größten Erfolge dieser unvergleichlichen Karriere. Den Part der US-Amerikanerin Anna Mae Bullock alias Tina Turner hatte dabei die britische Sängerin Amarra Smith. Keine leichte Aufgabe, denn die Fußstapfen, in welche die zarte Künstlerin trat, sind riesig.

Bilder

Reibeisen-Stimme

Es ist vor allem diese Stimme, die eine Herausforderung ist – so einmalig und unverkennbar. Etwas angeraut. Mit einem Reibeisen wird sie verglichen und es wird ihr nachgesagt, dass sie sogar Diamanten damit zersägen könnte. Somit eine Latte, die für ein Double sehr hoch liegt. Amarra Smith nahm die Herausforderung an und vollzog beim Publikum eine Punktlandung. Die rund 500 Gäste waren begeistert, ließen sich von der Show mitreißen und schon bald verließen die ersten Besucher ihre Sitzplätze, um sich im Takt der Musik zu bewegen. Die Show bot viel für Augen und Ohren.

Eine Liveband rollte einen instrumentalen Teppich aus, auf dem sich das Tina-Double Amarra und ihre Backround-Sängerinnen und -Sänger so richtig austoben konnten. Und sie legten gleich von der ersten Sekunde an den Turbogang ein, optisch dabei flankiert von einer Schar graziler Tänzerinnen.

Handys statt Feuerzeuge

Bei ruhigeren Titeln wurde bewusst, dass das elektronische Zeitalter angebrochen ist. Statt Hunderter Feuerzeuge, zückten die Besucher nun ihre Smartphones, sodass deren grelles LED-Licht statt der bisherigen Feuerzeugflammen den dunklen Zuschauerraum in einen künstlichen Sternenhimmel verwandelten.

Für viele der Besucher im Saal ist die Musik von Tina Turner zu einem treuen Wegbegleiter für einem großen Teil ihres Lebens geworden. Erinnerungen wurden geweckt und so hatte die Bühnencrew ein recht leichtes Spiel, das Publikum zu einem Bestandteil der Show werden zu lassen. Ein rauschender Beifall nach jedem Stück war der Dank des Publikums für die großartige Show, an der wohl auch das Original Freude gehabt hätte.