Arendsee l In das weitläufige Gelände am Harper Weg mit Ferienwohnungen und Gemeinschaftsräumen kehrt das touristische Leben zurück. Der geschäftsführende Gesellschafter Thomas Giese kündigte Dienstagnachmittag während eines Pressegespräches an: Ab dem 1. August können sich Urlauber wieder erholen. Wie viele genau, das steht noch nicht fest. Interesse gibt es, die Buchungswünsche werden gerade bearbeitet. Verwaltungsleiterin Silvia Wiswedel und ihr Team fahren die Einrichtung wieder hoch. Durch die Struktur, bestehend aus Ferienhäusern ist die Kapazität auch in der Corona-Krise nicht eingeschränkt. Die vorgeschriebenen Abstände können eingehalten werden. Der Hygieneplan steht bereits.

150 Betten gibt es, aber es werden in der Spitze wohl nur 130 genutzt. Der teilweise vorhandene Jugendherbergscharme liegt nicht jedem Gast und steht auf dem Prüfstand. Das neu gegründete Unternehmen für das Integrationsdorf, dessen Name unverändert bleibt, setzt erst mal darauf, die Einrichtung für die Zukunft zu sichern. Dazu gehört den Außenfahrstuhl, der aufgrund der Topografie des Geländes gebaut wurde, zu reparieren. Weitere Modernisierungen und Verschönerungsarbeiten kommen hinzu.

Ganzjähriger Betrieb wird angestrebt

Das Konzept wird vom Grundsatz her weitergeführt. Menschen ohne und mit Beeinträchtigungen sollen gemeinsam Urlaub machen. Künftig gilt es weitere Schwerpunkte zu setzen. Es soll anders als bisher ein ganzjähriger Betrieb aufgebaut werden. In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt auf der Zeit zwischen Ostern und Oktober. Seminare rücken nun in den Blickpunkt genauso wie Angebote für pflegende Angehörige sowie Familien. Thomas Giese ist in der Region kein Unbekannter und trägt bereits für Einrichtungen wie beispielsweise die LeBe Mechau (Wohnheime und Tagesförderstätten für erwachsene Menschen mit geistigen und zum Teil auch körperlichen Behinderungen) sowie die Jule (Einrichtung der Jugendhilfe) Verantwortung.

Die Kompetenzen aus den anderen Einrichtungen sollen im Integrationsdorf genutzt werden. Weitere Kooperationen sind bereits angeschoben worden oder geplant. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit einem Fahrradverleih aus der Region. Sieben Mitarbeiter werden im Integrationsdorf zunächst tätig sein. Sie brachten ihre Arbeitskraft bereits vor der Insolvenz des alten Besitzers, der Integral GmbH (Der Paritätische), in der Arendseer Einrichtung ein.

Kletterpark ist Wunsch

Bürgermeister Norman Klebe begrüßt den Neustart ebenfalls und kündigte an: Der nächste Frühlings- und Wirtschaftsempfang soll wieder am Harper Weg gefeiert werden. Zudem brachte er eine Idee mit zum Pressegespräch. So könnte auf dem weitläufigen Gelände ein Kletterpark entstehen. Thomas Giese zeigte sich grundsätzlich aufgeschlossen. Für ihn sind aber auch die digitalen Möglichkeiten wichtig. Die Schnelligkeit des Internets auf dem Grundstück ist ähnlich wie beim angrenzenden kommunalen Campingplatz – vorsichtig ausgedrückt bescheiden. Das Stadtoberhaupt setzt auf eine Ankündigung der Telekom. Diese will das Internet innerhalb der Stadt beschleunigen, demnächst soll es einen offiziellen Spatenstich geben.

Um die Angebote für Gäste zu erweitern, werden weitere Investitionen ins Auge gefasst. Gerade mit Blick auf die Gästestruktur des Integrationsdorfes wird dabei die Zugänglichkeit des Arendsees wieder aktuell. Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wäre eine technische Einrichtung im Strandbad hilfreich. Und zwar ein Lift, mit dem zum Beispiel Rollstuhlfahrer ins Wasser könnten. Eine Erleichterung gibt es aber bereits. So können Gäste vom Harper Weg das Strandbad über die Kasse II erreichen und müssen nicht den längeren Weg zum Haupteingang in Kauf nehmen.