Ellenberg l Konkurrenz belebt das Geschäft. Darum ist für Udo Herz die Sache klar: „Warum sollen die Leute für vier Lieder nach Salzwedel fahren? Hier bei uns bekommen sie auch leckeren Glühwein und sogar mehr Lieder“, so der Ellenberger am Heiligen Abend kurz vor 18 Uhr augenzwinkernd.

Zum 20. Turmblasen erfreuten die Mitglieder der Ellenberger Feuerwehrblaskapelle die etwa 300 Zuhörer am Gerätehaus sogar mit sieben Weihnachtsliedern. Hans Guretzki und seine Mitstreiter intonierten „Am Weihnachtsbaum“, „Es ist ein Ros entsprungen“, „Oh Tannenbaum“, „Kling Glöckchen“, „Oh Du Fröhliche“, „Kommet ihr Hirten“ und zum Abschluss „Stille Nacht“. Ihm zur Seite in 15 Metern Höhe standen Hendrik Hetfleisch, Andrea Vierke, Jan Peter Herz, Lena Heidmann, Daniela Gerke, Johannes Jacobs, Peter Schäfer und Ute Albrecht.

Drei Musiker auf dem Balkon

Zur Premiere des Ellenberger Turmblasens vor 20 Jahren musizierten Torsten Lütke, Jörg Kunert und Ralf Bill für ihre Zuhörer kurz vor der Bescherung vom Balkon des Nachbarhauses aus. „Die Kapelle war damals erst gegründet worden. Sie sollte bei Jubiläen und Veranstaltungen für den musikalischen Rahmen sorgen“, erinnerten sich Udo Herz und Ralf Bill.

So habe sich in den zurückliegenden Jahren auch in Ellenberg eine traditionelle Veranstaltung entwickelt, zu der sich nicht nur die Einheimischen, sondern auch Zuhörer aus den umliegenden Orten einfinden.

Die kleinen Besucher warten weniger auf die Lieder, sondern vielmehr auf den Mann mit Rauschebart und rotem Mantel. In Ellenberg fährt der Weihnachtsmann dann natürlich mit dem Feuerwehrauto vor und verteilt an die Jungen und Mädchen süße Gaben. Ein Lied oder ein Gedicht sind zwar nicht gefordert, bescheren den Vortragenden jedoch ein besonderes Lob des Weihnachtsmannes. Und kaum sind unten die letzten Beutel mit Süßigkeiten verteilt, beginnt oben das kleine Weihnachtskonzert.

Aufstieg

„So um das Jahr 2000 ist das Podest an den Turm gebaut worden“, erzählt Udo Herz weiter. Während Hans Guretzki und seine Mitstreiter sich im Turm auf ihren Auftritt vorbereiten, kümmern sich unten die Aktiven der Ellenberger Feuerwehr um das Wohl ihrer Gäste. In diesem Jahr sorgten Holger und Alexander Herz, Burkhard Lüte, Stefan Zehl, Udo Herz, Wolfram Alter und Jörg Lüdemann für Nachschub.

„Viele haben sich so eingerichtet, dass bei ihnen die Bescherung nach dem Turmblasen stattfindet“, weiß Udo Herz. In 20 Jahren Turmblasen in Ellenberg habe man schon so ziemlich jede Witterung erlebt, erzählt er weiter. Mildes Wetter wie die derzeitigen Temperaturen gab es ebenso wie klirrende Kälte, bei der die Gefahr bestand, dass die Lippen der Musiker an den Instrumenten festfroren. „Und einmal hat es genau in dem Augenblick angefangen zu schneien, als die Musiker fertig waren“, fügt Udo Herz schmunzelnd hinzu.

Für die Musiker gibt es, nachdem der letzte Ton von „Stille Nacht“ verklungen ist, begeisterten Applaus. Während es die einen nach Hause zur Bescherung zieht, verweilen andere noch vor dem Tor des Feuerwehrhauses. Im nächsten Jahr werden sie sich dort wieder treffen - zum 21. Turmblasen in Ellenberg.