Salzwedel l Eine Stammzellen-Typisierung unter Corona-Bedingungen: Das ist gar nicht so einfach zu organisieren. Doch die 14 Altenpflege-Azubis aus dem dritten Lehrjahr der Berufsbildenden Schulen des Altmarkkreises Salzwedel und ihre Lehrerin Heidi Klakow haben es geschafft. Möglich sei nur die Werbung zum Mitmachen unter den Mitschülern gewesen, berichtet der Azubi Heiko Oeser. Dazu seien die künftigen Altenpfleger durch die Klassen gegangen, hätten für das Anliegen geworben und erklärt, warum es so wichtig sei. „Wir haben mit etwa 100 Teilnehmern gerechnet. Es wurden 122“, freut er sich über den guten Zulauf bei der mittlerweile fünften Aktion in den Berufsbildenden Schulen.

Claudia Herbst, Mitarbeiterin der Knochenmarkspenderdatei des Uni-Klinikums Magdeburg, erklärt den jungen Leuten ab 17 Jahren – gespendet werden darf erst ab 18 Jahren – die Verfahrensweise. So müsse erst eine Einverständniserklärung ausgefüllt werden, bevor die DNA aus der Mundschleimhaut am Wattebausch lande, der auf den Weg ins Labor gehe.

Leukämie gibt es auch in Corona-Zeiten

„Auch wenn derzeit alle über Corona reden, so ist die Krankheit Leukämie nicht weg. Deshalb suchen wir weiter nach Freiwilligen, die sich typisieren lassen“, schildert Claudia Herbst. In Deutschland gebe es 26 Spenderdateien, die sich untereinander austauschen. „Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich nur einmal testen lassen“, sagt sie. Wer Stammzellen spenden möchte, dürfe keine Angst vor der Nadel haben. Die genetischen Zwillinge würden drei Wochen vor der Spende durchgecheckt und müssten fünf Tage lang Medikamente nehmen, die helfen, die Stammzellen zutage zu fördern. Im Uni-Klinikum würden diese über eine Zentrifuge „abgesaugt. Die Prozedur ist die einfachste Art, um Leben zu retten“, betont Claudia Herbst.

„Ich finde die Sache gut. Deshalb mache ich mit bei der Typisierung“, sagt Marvin Hemstedt, der eine Ausbildung im Metallbau absolviert. Menschen zu helfen, das ist auch Annika Lüdke wichtig. Die Auszubildende im Bereich Altenpflege fügt hinzu: „Es kann jeden treffen. Auch bei mir in der Familie gibt es eine Krebserkrankung. Deshalb möchte ich mich da gern mit einbringen.“ Die junge Frau freut sich über den Zulauf in Zimmer 414: „Ich hatte nicht gedacht, dass sich so viele melden.“

Desinfizieren ist wichtig

Dann steht der Platzwechsel im Raum für die nächsten Typisierungsteilnehmer an. Doch zuvor werden die Tische desinfiziert, Bögen und Testsets verteilt. Nun heißt es Eintreten für weitere Freiwillige, die erst ihre Hände desinfizieren müssen, bevor sie zu den Plätzen gehen können. Und Claudia Herbst erklärt in einer weiteren Runde das Prozedere, das für die Aufnahme in die Spenderdatei wichtig ist.