Niephagen/Wallstawe l Der Neubau der Brücke bei Wallstawe ist eigentlich technisch kein kompliziertes Bauwerk. „Aber aufgrund der Verkehrsführung erweist sich dieses Projekt als problematisch“, erklärt Manfred Krüger, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt Nord in Stendal (LSBB), auf Nachfrage der Volksstimme. Er fügt hinzu: „Da ist noch nicht der abschließende Durchbruch erreicht.“

Drei Grundvarianten für eine mögliche Umleitung würden in Sachen Umweltverträglichkeit geprüft. Diese seien auch dem Altmarkkreis Salzwedel zugeschickt worden mit der Bitte, bei der Entscheidung behilflich zu sein. Der Kreis habe die Obere Naturschutzbehörde mit ins Boot geholt, da auch Flora-Fauna-Habitat-Gebiete in im Nahbereich beeinträchtigt werden könnten. Die Vorbereitungen würden sich so lange hinziehen, weil einige Grundlagendaten für die Entscheidung auf dem Beobachten von Vegetationsperioden basiere, schildert der Regionalbereichsleiter.

Vorzugsvariante bis Jahresende

„Wir hoffen, dass wir bis zum Ende des Jahres vom Kreis eine Information erhalten, welche Vorzugsvariante unterstützt wird“, sagt Manfred Krüger. Wenn diese vorliege, müsse die Entwurfsplanung verändert werden.

Die Behörde rechne weiterhin mit Baukosten von etwa 490.000 Euro. Das schließe jedoch nicht aus, dass sich bei der Ausschreibung, die wohl im nächsten Jahr erfolgen könnte, kostenmäßig etwas ändere.

Risse an den Bogenstirnseiten

Ursprünglich sollte die Brücke bereits im Vorjahr erneuert werden. Denn bei der mehr als 100 Jahre alten Überführung im Zuge der Landesstraße 8 waren bei einer Überprüfung unter anderem Risse an den sogenannten Bogenstirnseiten entdeckt worden. Die immer noch nicht beendete Suche nach einer geeigneten Umleitung ließ dieses Vorhaben im Jahr 2018 platzen.

Die Kraftfahrer werden diesen Bereich weiterhin nur einspurig passieren können. Ein genauer Zeitrahmen für das Bauvorhaben steht laut LSBB momentan noch nicht fest. „Wir haben das Geld im Haushalt für nächstes Jahr erst einmal wieder eingeplant“, sagt Manfred Krüger. Allerdings sei über den Etat im Landtag noch nicht abschließend entschieden. Da werde wohl auch das Verkehrsressort noch abspecken müssen, befürchtet er. Der Brückenbau bei Niephagen sei jedoch kein neues, sondern ein nur verschobenes Vorhaben. „Wenn alles rund ist mit der Umleitungsstrecke und der Planung, dann wird gebaut“, zeigt er sich optimistisch.