Christine Spannaus und Steffen Ulbrich zeigen ihre Werke

Unterwegs mit Malerei und Fotografie

Von Lion Grote

Regelmäßig sind im Gebäude von E.ON Avacon Werke meist unbekannter Künstler zu sehen. Am Montag wurde dort eine besondere Ausstellung eröffnet.

Salzwedel l Dicht gedrängt standen die Besucher der Vernissage im Foyer. Nicht nur für die Kellnerinnen mit ihren Sekt- und Saftgläsern gab es kaum noch ein Durchkommen. Mitten im Trubel zwei Menschen, für die die Eröffnung einer eigenen Ausstellung noch etwas ganz besonderes ist. "Wir haben uns diesmal mit der Mischung etwas getraut", verkündet Axel Bünsche, E.ON Avacon-Leiter der Region Nord, bei seiner Begrüßung.

Mit der Altmärkerin Christine Spannaus und dem Mediziner Steffen Ulbrich zeigen noch bis Ende Februar 2012 zwei Künstler ihre Werke, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während sich Ulbrich als Fotograf besonders auf Architektur und Landschaften spezialisiert hat, malt Christine Spannaus abstrakte Gemälde. "Ich habe mit gegenständlicher Malerei begonnen und versuche inzwischen, mit Formen und Farben zu spielen und viel zu experimentieren", erklärt Spannaus. Ihren Bildern fehlt zwar die Klarheit von Ulbrichs Fotografien, doch laden sie den Betrachter zu eigenen Interpretationen und zum Träumen ein. Doch trotz der Unterschiedlichkeit ihrer Werke, eine Sache verbindet Spannaus und Ulbrich doch. Erst spät haben sie den Weg zur Kunst gefunden und sich nach langem Zögern getraut, ihre Werke einem Publikum zu präsentieren.

"Erst vor zwei Jahren habe ich wieder angefangen, mich richtig mit der fotografischen Kunst zu beschäftigen", erklärt Steffen Ulbrich. Ein Großteil der in der Ausstellung gezeigten Fotos zeigt bekannte Gebäude. Von den Hochhäusern in Frankfurt, bis zur Elbphilharmonie in Hamburg. "Ich versuche möglichst Bilder zu machen, die man hinterher kaum bearbeiten muss." Auch deshalb hat Ulbrich in letzter Zeit auch wieder mehr mit seiner analogen Kamera fotografiert.

Christine Spannaus hat wie Steffen Ulbrich erst als Erwachsene mit der Kunst begonnen. Von Kursen an der Volkshochschule, bis zum autodidaktischen Lernen zu Hause. "Für mich ist das Malen Entspannung vom Alltag", sagt sie und lächelt zurückhaltend. Die Möglichkeit, ihre Werke in Salzwedel zu zeigen, ist für beide ein wichtiger Schritt in ihrem Künstlerleben. Doch mit dem Titel des Künstlers tut sich Ulbrich noch etwas schwer. "Ob wir Künstler sind, müssen andere beurteilen. Ich würde eher ambitionierte Kreative sagen." Doch mit dem Titel der Ausstellung "unterwegs" können sich beide identifizieren. Immer auf der Suche nach der nächsten Inspiration und dem einen ganz besonderen Motiv.