Salzwedel/Hoyersburg l „Unser Konzept für die Betreibung des Tierheims in Hoyersburg liegt der Stadt vor“, sagt Nancy Schulz. Die ehemalige Leiterin der Einrichtung hat mit der "Pfotenhilfe" einen eigenen Tierschutzverein gegründet und ihre Ziele klar definiert.

Derzeit finden hinter geschlossenen Türen Gespräche über die Zukunft des Hoyersburger Areals statt. Bürgermeisterin Sabine Blümel hatte hierzu in der vergangenen Woche die Fraktionchefs zur Beratung geladen. Dabei soll ein möglicher Verkauf des Geländes an den Tierhilfsdienst in Ahlum thematisiert worden sein. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. Daher rechnet sich Nancy Schulz mit ihrer Pfotenhilfe weiterhin Chancen für den Betrieb der Einrichtung aus.

Mietkauf ist vorstellbar

„Tierschutz ist mein Leben“, erzählt Schulz, deren neuer Verein schon 25 Mitglieder zählt. Weitere Anfragen auf Mitgliedschaft würden eingehen.

Nancy Schulz hat den möglichen Verkauf an die Ahlumer Einrichtung in der Volksstimme gelesen. „Ich habe zwar kein Geld, um das Tierheim in Hoyersburg zu kaufen, aber das Herz am richtigen Fleck“, sagt sie. Trotzdem, auch sie und ihr junger Verein wären bereit, Geld in die Hand zu nehmen. „Ein Mietkauf wäre vorstellbar“, erklärt sie. Doch ob das eine Option für die Stadt sei, wisse sie nicht. Genauso wenig, ob ihr Konzept bei den Stadträten auf positive Resonanz stößt. „Wir wollen beispielsweise die Hundequarantänestation fertigstellen, ein Kleintiergehege in Eigeninitiative bauen, den Auslaufbereich des Katzenhauses erneuern und diverse Mängel beheben“, erklärt sie. Diverse Firmen hätten ihr bereits Unterstützung zugesichert, wenn sie wieder an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Weiterführende Angebote

Schulz will aber nicht nur mit Bauvorhaben überzeugen, sondern hat sich mit ihren Mitgliedern auch weiterführende Gedanken über künftige Angebote gemacht. So würde sie gerne mit Hunden in Altenheime gehen. Für die betagten Bewohner wäre das eine Abwechslung vom Alltag und für die Tiere der ersehnte Kontakt zum Menschen.

Apropos Kontakt: Der wäre nach Schulz‘ Vorstellungen auch mittels einem Begegnungstags vorstellbar. „Dann könnten sich Tierhalter austauschen und nützliche Tipps holen. Die Haustiere würden so in Kontakt zu anderen Tieren kommen.“ Auch ein Vorlesetag für Katzen spielt in ihren Planungen eine Rolle. Gestresste Samtpfötchen würden dadurch ruhiger werden.

Kooperation angestrebt

Die anderen Tiereinrichtungen der Region hat Nancy Schulz im Blick. „Eine Zusammenarbeit mit allen Tierschützern kann nur richtig sein“, erläutert sie, „eine Hand wäscht die andere.“ Schließlich würden sich alle zum Wohl der Tiere einsetzten.

Nun hofft der Tierschutzverein Pfotenhilfe auf positive Signale aus dem Rathaus und von den Stadträten. „Wir sind gesprächsbereit und erläutern unsere Vorstellungen gern“, sagte Schulz. Wenn ihre Hilfe aber nicht benötigt wird, möchten die Mitglieder selbst eine Noteinrichtung für Fundtiere schaffen. „Da wird sich schon ein Grundstück finden“, sagt Schulz: „Dann fangen wir halt klein an.“

Das nötige Fachwissen hat Nancy Schulz zumindest, auch andere Mitglieder haben die erforderlichen Nachweise. „Und wer sie nicht hat, wird geschult. Genau wie die Ehrenamtlichen, sie müssen ja wissen, was sie tun.“ Zudem würde Nancy Schulz gern Tierpfleger ausbilden, die Berechtigung hat sie. Ihr Verein sei bereit, die Arbeit aufzunehmen.