Arendsee l Der Integrationsdorf (Ida)-Verkauf kam nicht überraschend. Dass die Paritätische Integral GmbH im Rahmen ihrer Insolvenz ein Restrukturierungsuntenehnen beauftragt hat, für den Standort Arendsee einen Käufer zu finden, ist seit einem halben Jahr bekannt. Bereits im Dezember 2019 war bekannt geworden, dass es den Bach runtergeht und die 14 Mitarbeiter am Arendsee zu Ende März gekündigt sind.

Überraschend allerdings ist, dass nun auf dem alten Ida-Gelände doch nicht die von vielen erhoffte „Filmstadt Arendsee“ entstehen wird, sondern für das gesamte Objekt die Curatio Verwaltungs GmbH den Zuschlag erhalten haben soll. Das Unternehmen betreibt unter anderem die Wohnheime von JuLe (Junges Leben) und LeBe (Leben mit Behinderung) und Co. KG in Zühlen, Thielbeer, Recklingen und Mechau. Konkret im Gespräch waren laut Informationsquelle Geschäftsführer Thomas Giese und Heimleiter Ronald Krüger.

Da das Ida als Familienerholungsstätte spezialisiert war für Aufenthalte und Betreuung von Behinderten und Nichtbehinderten in Gemeinschaft, könnte das Konzept, so es denn vorliegt, aufgehen.

Verantwortliche nicht erreichbar

Von den Verantwortlichen war kurzfristig niemand erreichbar. Insolvenzverwalter Nico Kämpfert, Diplom-Wirtschaftsjurist aus Magdeburg, wollte die der Volksstimme vorliegende Information nicht bestätigen, sagte aber eine Auskunft zu, sobald diese „belastbar“ sei.

Der Mitstreiter von Jugendfilmcampinitiator Norman Schenk, Till Eitner, wandte sich jedoch an die Volksstimme. Er finde es bedauerlich, da Norman Schenk und sein Team schon sehr weit in der Planung für die Arendseer Filmstadt waren, die in direkter Nachbarschaft zum bisher gut laufenden Jugendfilmcamp etabliert werden sollte.

Aber man könne mit der Entscheidung leben. „Da lassen wir uns jetzt eben was anderes einfallen, die Baupläne für einen nachhaltigen Studiobau auf dem von der Stadt langjährig gepachteten Filmcampgelände liegen ja schon länger in der Schublade“, machte Eitner deutlich.

Digitale Version in der Hinterhand

Dort soll Ende Juni wieder das Camp für Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren starten, bei dem sie ihren Kurzfilm innerhalb einer Woche drehen. Wo dann aber die Startercampteilnehmer zwischen 12 und 15 Jahren wohnen und ihre Workshops haben sollen, ist durch den Ida-Verkauf noch fraglich.

Über dem allen steht aber ohnehin die große Frage, ob das Jugendfilmcamp überhaupt stattfinden kann angesichts der andauernden Corona-Krise. Noch sind Urlaubs- und Klassenfahrten tabu, gelten Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht. Kindertagesstätten bleiben geschlossen, Schulen nur teilweise geöffnet.

Aber die Filmemacher hoffen noch. Und als erste Alternative haben sie eine digitale Version gestartet: Zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung beteiligen sich potenzielle und ehemalige Campteilnehmer am Internet-Corona-Tagebuch mit dem Titel „InfluenzZAR 2020“. Erste Filme sind schon im Netz.