Altmarkkreis/Rohrberg l Die Bilder sind brutal, sogar für Amtstierarzt Ramon Rulff. Katzen mit ausgeschossenen Augen. Schwer verletzte Tiere. Mittlerweile sind es drei, die im Verlauf der vergangenen Wochen auf der Schulstraße in Rohrberg gefunden wurden. „Eine konnten wir nicht mehr retten“, sagt der Veterinär im Gespräch mit der Volksstimme. Maden hatten sich schon bis in den Kopf gegraben. Das Leid des Tieres müsse furchtbar gewesen sein. Die Katze wurde eingeschläfert.

Angesichts der Brutalität dieser Vorfälle hat sich das Veterinäramt nun entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Denn auch wenn die Kollegen in den Tieratztpraxen ab und an schon mal Tiere behandeln müssten, die zum Beispiel von einem Luftgewehr verletzt wurden, und dies der Behörde mitteilten, könne er sich nicht erinnern, dass es in seiner Amtszeit – immerhin seit 2013 – einen solchen Fall gab, sagt Rulff.

Aus der Nähe geschossen

Derzeit deute alles darauf hin, „dass diese Verletzungen den Tieren bewusst mithilfe eines Geschosses aus unmittelbarer Nähe zugefügt worden sind“, schreibt Ivonne Ritter-Findeisen vom Presseteam des Altmarkkreises. Ramon Rulff kann es genauer beschreiben: „Vermutlich wurden die Tiere angelockt“, denn die Schüsse seien aus naher Distanz abgegeben worden, „möglicherweise sogar aufgesetzt, wahrscheinlich mit einem Paintballgewehr“, schätzt Rulff ein. Diese Waffen funktionieren mechanisch, elektronisch oder, elektro-pneumatisch und schießen mit hohem Druck. Das Ziel: jedesmal ein Auge der Katzen. „Bei einem Tier musste es komplett entfernt werden. Der Glaskörper war zerstört. Eine weitere ist noch in Behandlung.“

Beide werden anschließend im Tierheim untergebracht. „Vermutlich handelt es sich um freilebende Katzen“, glaubt der Amtstierarzt, denn alle drei waren in einer Tierarztpraxis nicht von ihren Besitzern abgegeben worden.

Bevölkerung einbinden

Die Mitarbeiter des Veterinäramtes befürchten nun, dass es weitere verletzte Tiere geben könnte – und auch, dass es zu weiteren Schüssen kommt. Deshalb wollen sie die Bevölkerung in die Suche nach dem oder den Tätern einbinden.

„Wichtig ist, dass alle Vokommnisse gemeldet werden.“ Niemand dürfe wegsehen, auch wenn es sich um besitzlose Tiere handelt, bittet Rulff. Diese könnten dann von Mitarbeitern mit Lebendfallen eingefangen werden. Gebeten wird ebenfalls um Hinweise zu dem oder den möglichen Täter(n).

Direkt ans Veterinäramt wenden

Damit könnten sich Bürger direkt an das Veterinäramt wenden. Auch die Polizei sei in die Ermittlungen eingebunden. Niemand solle sich allerdings in Gefahr bringen, mahnt der Amtstierarzt, „es ist ja offensichtlich, dass der Täter bewaffnet ist. Eine Personenbeschreibung oder ein notiertes Kennzeichen seien als Hinweise völlig ausreichend, falls jemand den Täter bei seinem Tun beobachten sollte.

Der soll dringend dingfest gemacht werden, um weiteres Tierleid zu verhindern.

„Es wurde bereits Strafanzeige erstattet“, informiert dazu Pressesprecherin Ivonne Ritter-Findeisen. Denn bei den Angriffen handelt es sich um schwere Straftaten (siehe Infokasten).

Der oder die Täter, sollten er oder sie gefunden werden, müssen für ihre offensichtlich bewusste Tierquälerei mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen.

Wer sachdienliche Hinweise zu Täter, Tat oder verletzten Tieren machen kann, wird gebeten, sich beim Veterinäramt des Altmarkkreises Salzwedel (03901/84 04 16) oder beim Polizeirevier Salzwedel (03901/84 80) zu melden.