Tourismus

Warten auf Touristen: Arendsee bereitet alles für Camper vor

Der April ist in der Regel ein wichtiger Monat für die Luftkurort Arendsee GmbH. Mit dem Beginn der Camping-Saison startet auch die Zeit der Einnahmen - doch 2021 ist alles anders.

Von Christian Ziems
Ruhe auf dem Arendseer Campingplatz und ein geschlossenes Vereinsheim. Die Corona-Krise sorgt für einen misslungenen Saisonstart. Foto: Christian Ziems

Arendsee. Etwas Ruhe ist auf dem Campingplatz durchaus vom Vorteil, trägt er doch zur Erholung bei: Doch derzeit gibt es davon auf dem kommunalen Areal zu viel. Der touristische Bereich liegt in der Pandemie weiter brach. Die volle Wucht bekommt auch die Luftkurort Arendsee GmbH zu spüren. „Das Übernachten auf dem Campingplatz ist verboten“, steht auf Zetteln, die an verschiedenen Bereichen hängen. Damit fehlt eine Voraussetzung für ausgiebiges Reisen.

Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent der Einheitsgemeinde und arbeitet derzeit daran, unverzüglich los legen zu können, wenn die Regeln gelockert werden.

Kabel für einen besseren Empfang

Dazu gehört auch: Gäste sollen künftig noch komfortabler ihre Freizeit genießen können. Dafür wurde geschachtet und Kabel verlegt. Wie Sonja Nowak, Interims-Geschäftsführerin der Luftkurort Arendsee GmbH, deutlich machte, werden einige der Caravan-Stellplätze besser erschlossen. Und zwar über Satellitentechnik. Wer mit seinem Gefährt in Zukunft anreist, der braucht nicht mehr versuchen, mit der Anlage auf dem Dach das Fernsehprogramm in die heimischen Wände auf Rädern zu holen. Dies ist in dem Bereich durch die Bäume schwierig. Es gibt eine zentrale Lösung.

Wann Urlauber dies nutzen können, ist fraglich. Der Trend, mehr zu campen, könnte sich aber nach der Pandemie wieder zeigen. Die Stadt profitierte 2020 davon. Die Erfahrung der Luftkurort Arendsee GmbH zeigt aber: Etliche Gäste kommen nur noch ein paar Tage. Von zwei Wochen am Stück kann kaum noch die Rede sein. Die sei keine alleinige Arendsee-Entwicklung und hänge mit den im Vergleich zum Haushalt höheren Urlaubskosten in Deutschland zusammen. Anders sieht es bei den Dauercampern aus. Die wollen ihre festen Domizile zwischen Lindenstraße und Harper Weg nicht missen. 320 Plätze stehen zur Verfügung. Und dass diese nicht ausreichen beweist: Arendsee hat einen guten Ruf. Die Länge der Warteliste variiert immer wieder. Im Schnitt stehen etwa 20 Interessenten darauf. Das Unternehmen kann eine Fläche neu belegen. Und zwar an der Lindenstraße. Dort brannte im Januar ein Bungalow-Rohbau ab. Die Reste wurden beseitigt.

Wenn Camper sich nicht mehr kümmern

Probleme hat die GmbH aber weiterhin. Seit Jahrzehnten gibt es immer mal wieder Ärger mit verwahrlosten Parzellen. Manchmal sind die Dauercamper einfach weg. Ihre Spur ist aus Gründen des Datenschutzes schwer nachzuvollziehen. Wenn Gäste sterben und keine Erben haben, dauert es ebenfalls bis zur einer Lösung. Einmal saß ein Camper sogar im Gefängnis und konnte sich darum nicht mehr um die gepachtete Fläche kümmern. Bevor diese wieder neu vergeben werden können, ist oftmals ein langwieriges gesetzlich vorgeschriebenes Prozedere nötig. Letztendlich kann dann die GmbH die Fläche beräumen – auf eigene Kosten. Aber zumindest können dann wieder Einnahmen durch neue Dauercamper erzielt werden.

Wie Sonja Nowak gegenüber der Volksstimme verriet, würde sie diese und andere Themen gerne mal wieder ausführlich mit der Kommunalpolitik diskutieren. Früher übliche Rundgänge von Stadträten – über das Strandbadgelände und den Campingplatz – gab es schon lange nicht mehr. Und die Redezeit, die der Interims-Geschäftsführerin in Sitzungen zur Verfügung steht, reiche kaum aus.