Arendsee l „Die Ruinen wurden innerhalb der vereinbarten Dreijahresfrist entfernt, eine Bauleitplanung wird derzeit erarbeitet und der Uferbereich für eine nachhaltige Begrünung vorbereitet. Somit ist der Weg für einen Baustart im nächsten Jahr geebnet“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtratsfraktion CDU / SPD. Die Arendseer Kommunalpolitiker lassen keinen Zweifel daran, die Investoren bei ihren Plänen für das Waldheim-Areal unterstützen zu wollen. Was ein erfolgtes Entfernen von Bäumen und Wildwuchs, wobei längst nicht alle Gehölze weichen mussten, am Seeufer angeht, gibt es immer wieder Diskussionen in der Bevölkerung. Die Meinungen sind verschieden. Sie reichen von Kritik am Fällen bis hin zur Aussage, der Blick auf den See ist nun besser möglich und dies werde begrüßt. Dort sollen auch noch neue öffentliche Bänke aufgestellt werden.

Neue Wohnungen sind geplant

Die Investoren Dirk Stehr und Matthias Pawlas erklärten vor einigen Wochen die Pläne. Ab dem nächsten Sommer sollen rund 30 Millionen Euro investiert werden. Gebäude mit mehreren Geschossen und knapp 90 Wohnungen sind auf einer jetzigen Freifläche vorgesehen. Dort stand früher unter anderem das Heizhaus. Die neuen Domizile werden verkauft und nicht vermietet. Neben Ferienwohnungen sind auch untergeordnete Dauer-Wohnsitze geplant. Dafür gilt es eine moderne technische Infrastruktur zu schaffen. So müssen Leitungen verlegt werden. Die Zufahrt erfolgt über die vorhandene Straße durch den Wald. Diese wird grundhaft erneuert.

Die Investoren äußerten sich im Volksstimme-Gespräch jüngst auch zu den Fällaktionen Mitte Oktober am Seeufer unterhalb des Waldheim-Geländes. Damit konnte aufgrund der Gesetze nicht bis zum Baubeginn im nächsten Jahr gewartet werden. Bei Bäumen gilt: Sie dürfen in der Regel nur zu bestimmten Zeiten gefällt werden. Bei den Arbeiten kam etlicher Müll zum Vorschein und diesen galt es fachgerecht zu entsorgen. Gefällt wurde in der Vergangenheit auch auf dem Grundstück oberhalb des Seeweges. Dafür erfolgen Aufforstungen im Fleetmarker Bereich.

Die Überreste des Waldheims Arendsee

Arendsee (ds) l Die letzten Reste des Waldheims am Arendsee verschwinden nach und nach. Am Dienstagmittag (31. März) sprengten Mitarbeiter einer Fachfirma den Schornstein des ehemaligen Heizhauses. Danach starteten direkt wieder die Baumaschinen.

  • Der hohe Schornstein des alten Waldheim-Heizhauses fiel bei der Sprengung kontrolliert um. Foto: Helga Räßler

    Der hohe Schornstein des alten Waldheim-Heizhauses fiel bei der Sprengung kontrolliert um. Foto: ...

  • Der Schornstein des Heizhauses wurde gesprengt. Foto: David Schröder

    Der Schornstein des Heizhauses wurde gesprengt. Foto: David Schröder

  • Der Schornstein sollte nach links fallen - und tat es auch. Foto: David Schröder

    Der Schornstein sollte nach links fallen - und tat es auch. Foto: David Schröder

  • Der Schornstein kippte wie geplant auf die richtige Seite. Foto: David Schröder

    Der Schornstein kippte wie geplant auf die richtige Seite. Foto: David Schröder

  • Die Überreste des Schornsteins. Foto: David Schröder

    Die Überreste des Schornsteins. Foto: David Schröder

  • Blick auf die kümmerlichen Reste des ehemaligen Versorgungstraktes. Foto: David Schröder

    Blick auf die kümmerlichen Reste des ehemaligen Versorgungstraktes. Foto: David Schröder

  • Blick auf die kümmerlichen Reste des ehemaligen Versorgungstraktes. Foto: David Schröder

    Blick auf die kümmerlichen Reste des ehemaligen Versorgungstraktes. Foto: David Schröder

  • Die Materialen werden einzeln sortiert gelagert. Foto: David Schröder

    Die Materialen werden einzeln sortiert gelagert. Foto: David Schröder

  • Die Materialen werden einzeln sortiert gelagert. Hier das Holz der ehemaligen Bungalows Foto: David Schröder

    Die Materialen werden einzeln sortiert gelagert. Hier das Holz der ehemaligen Bungalows Foto: Dav...

  • Schon planiert: Die Fläche auf der früher die Bungalows standen. Foto: David Schröder

    Schon planiert: Die Fläche auf der früher die Bungalows standen. Foto: David Schröder

  • Die Überreste des ehemaligen Haupthauses. Foto: David Schröder

    Die Überreste des ehemaligen Haupthauses. Foto: David Schröder

  • Der Bauschutt türmt sich an vielen stellen. Foto: David Schröder

    Der Bauschutt türmt sich an vielen stellen. Foto: David Schröder

  • Der Bauschutt türmt sich an vielen stellen. Foto: David Schröder

    Der Bauschutt türmt sich an vielen stellen. Foto: David Schröder

Die Stadträte von CDU / SPD stellen sich auf die Seite der Investoren. „Alle bereits erfolgten Prozesse sind als professionell und worthaltend festzuhalten. Fristen werden gewahrt, bilaterale Absprachen befolgt beziehungsweise Auflagen erfüllt sowie Naturschutzbestimmungen beachtet“, heißt es in der von Stadtrat Tino Zachuber geschriebenen Mitteilung.

Verwaltung hat geprüft und entschieden

Was die Fällaktion am Ufer angeht, äußern sich die Kommunalpolitiker ebenfalls. So habe die Stadtverwaltung den Antrag dafür geprüft und genehmigt. Eine Fachfirma hat die Arbeiten außerhalb der Vegetationsphase und außerhalb des Naturschutzgebietes umgesetzt. Die Fraktion ruft alle anderen Stadträte auf, sich hinter das Waldheim-Projekt zu stellen. Dazu gehöre: „Sich fortwährend über den Stand informieren, um dann etwaige Zweifel im Dialog aus dem Weg zu räumen.“ Es wird auch auf eine weitreichende ökonomische und wirtschaftspolitische Tragweite des Vorhabens hingewiesen.

Dirk Stehr und Matthias Pawlas informierten jüngst über einige Details der vorgesehenen Häuser. Diese werden mit Fahrstühlen ausgestattet. An der Idee einer Plattform oberhalb des Seeweges wird festgehalten. Zunächst haben die Gebäude Priorität. Das Hotel werde zum Schluss eine Rolle spielen. Dies hat zwei Gründe: Zum einen werden durch den Wohnungsverkauf Einnahmen generiert. Außerdem ist es mit Blick auf Urlauber erst möglich, ein Hotel zu betreiben, wenn ringsum alles fertig ist.