Schönebeck l Im Fachausschuss Bau gab es am Montagabend eine Nachfrage zu den Bauarbeiten am Schönebecker Marktplatz. Verwundert über die Ausdehnung der Arbeiten hinein in den Breiteweg zeigte sich der Ausschussvorsitzende, Stadtrat Michael Schulz (CDU). Baudezernent Guido Schmidt sagte, es handele sich um erweiterte Baumaßnahmen der Stadtwerke, weil am Breiteweg 4/5 ein neuer Eigentümer einziehen werde. Um wen es sich dabei handelt, wollte der Baudezernent zu diesem Zeitpunkt nicht mitteilen. Die Volksstimme konnte in Erfahrung bringen, dass hier voraussichtlich 2017 ein Ärztehaus einziehen wird.

Das bestätigt Dr. Burkhard John, Allgemeinmediziner in Schönebeck. Es habe bereits Anfang des Jahres eine Bauherrengemeinschaft, zu der auch John gehört, die Immobilie erworben. Der Vorbesitzer, die Städtische Wohnungsbau GmbH (SWB), hatte das Gebäude Anfang des Jahres verkauft. Den Verkauf bestätigt SWB-Geschäftsführerin Sigrid Meyer - ohne den Namen des Käufers nennen zu wollen. „Es steht aber noch nicht fest, wer 2017 dort einziehen wird“, sagt John, der auch Mitglied des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt ist. John erklärt, dass er am neuen Standort vertreten sein werde. Seine Praxis an der Schönebecker Lessingstraße soll bestehen bleiben, sagt der Mediziner.

Die Arbeiten, die dieser Tage stattfinden, sind unter anderem auf den neuen Mieter zugeschnitten. Trinkwasser-, Fernwärme-, Gasleitungen und Breitbandkabel werden verlegt. Durch den zu erwartenden Bedarf in der Immobilie Breiteweg 4/5 habe der Versorger zudem das Blockheizkraftwerk am Breiteweg 11 anbinden müssen. „Alles in allem ist das ein gute Gelegenheit für die Stadtwerke, im Breiteweg einiges zu ordnen“, sagt Baudezernent Schmidt und spielt damit auf einige Überraschungen an, die bei den Bauarbeiten zutage getreten waren. Das ausführende Unternehmen habe mit ungenauen Bestandsunterlagen umgehen müssen. „Einige Pläne zu den Leitungssystemen sind 100 Jahre alt“, erklärt Schmidt.

In Zusammenhang mit der Ansiedlung in Hausnummer 4/5 sprach der Dezernent im Bauauschuss von einer „sehr positiven Entwicklung“. Ein Ziel der Neugestaltung des Marktes sei es gerade, den Boden für Neuansiedlungen von Gewerbe zu bereiten. In der Vergangenheit war der Markt etwa von der Initiative „Rettet die Altstadt“ häufig als „Problemkind“ der Elbestadt beschrieben worden. Kritisiert wurde insbesondere die Konzentration vieler Maßnahmen auf Bad Salzelmen.

Dezernent Schmidt ist überzeugt, dass die Entwicklung nun in die richtige Richtung geht. „Wir werden hier am Markt ein schönes innerstädtisches Ambiente schaffen.“ Spätestens nach Fertigstellung im April 2016 werde es für jedermann Anreize geben, im Zentrum zu verweilen. Gelingen könne dies beispielsweise durch die Außengastronomie und ein vitales Markttreiben. Im Endeffekt, so Schmidt, erhoffe sich die Stadt durch die vielfältigen Maßnahmen, dass der Markt auch für Gewerbeansiedlungen wieder reizvoller werde. In diesem Sinne könnte auch von der Immobilie am Breiteweg 4/5 eine Impulswirkung ausgehen.