Staßfurt l Leistungssport kostet. Wenn Leiv-Adrian Dreßler seinen Bogen spannt, hat er mit dem Sportgerät ein kleines Vermögen in der Hand. Dazu die Pfeile: das Stück zwölf Euro. Auch die obliegen einem gewissen Verschleiß oder landen irgendwo in der Prärie. Das kommt zwar bei dem Bogenschützen des BSV Bode-Selke-Aue Hoym nicht oft vor – immerhin ist er mehrfacher Deutscher Meister, Europameister und 2015 WM-Dritter geworden – finanzielle Unterstützung von außen hilft dennoch sehr, sich auf seinen Sport konzentrieren zu können.

Wie wichtig Sponsoren sind, davon kann auch Kanutin Josephin Bergmann ein Lied singen. Die Calbenserin muss immer einen Teil der Fahrtkosten zu Trainingslagern oder Wettkämpfen, die oft auch ins Ausland führen, selbst tragen. Nicht so einfach für eine 15-Jährige. Und wenn einmal ein Paddel verloren geht ... Auch Josephin kann Erfolge vorweisen: Im Zweier ist sie Deutsche Vizemeisterin.

Bei Luisa Brett greift neben der sportlichen Leistung – die mehrfache Landesmeisterin nimmt auch an Wettkämpfen auf internationaler Ebene teil – ein weiterer gesellschaftlich sehr wertvoller Aspekt, der ausschlaggebend ist für die Aufnahme in das Juniorteam. Die 16-jährige Hecklingerin ist Trainerin für Kindersport in der Sport- und Karateschule Staßfurt. Und nicht zu vergessen: Auf dem Zeugnis der Schülern des Dr.-Frank-Gymnasiums Staßfurt überwiegt die Note Eins.

Jury schaut nach links und rechts

„Wenn wir die Persönlichkeit fördern wollen, schaut die Jury auch nach links und rechts“, erklärt Stefan König von der Salzlandsparkasse bei der Vorstellung der Teammitglieder 2016. Bei den 47 ausnahmslos guten Bewerbungen sei deren Auswahl wieder sehr schwer gefallen. Immerhin würden Erfolge auf Kreisebene nicht mehr ausreichen. Einige Sport-Asse würden mittlerweile zu Leistungskadern auf Bundesebene gehören, in Sportschulen oder Olympiastützpunkten trainieren.

Seit 17 Jahren existiert diese Fördersparte der Salzlandsparkasse nunmehr, die wie das Talente-Team aus dem künstlerischen Bereich (wir berichteten), alljährlich jeweils rund 20 Jugendliche finanziell unter die Arme greift.

„Bitte meldet euch zwischendurch immer mal wieder und tragt auch unser Trikot“, rief König den Sportlern noch zu, „Das wird bei einem Ruder-Achter vielleicht nicht möglich sein, aber es gibt sicher Gelegenheiten.“ Und der Betreuer wünschte den Teammitgliedern auch für dieses Wettkampfjahr Erfolg und eine verletzungsfreie Saison.