Bernburg (fm) l Die jetzt erfolgte Inbetriebnahme eines neuen Rechenzentrums für den Fachdienst Informations- und Kommunikationstechnik in der Bernburger Karlstraße ist Teil der vom Kreistag beschlossenen Verwaltungskonzentration der Kreisverwaltung. Der Neubau entstand für rund 2,7 Millionen Euro auf dem Gelände eines früheren Kinderheims (Coppi-Heim). „Der Entwicklung in der digitalen Welt müssen sich Behörden wie Unternehmen stellen“, so Landrat Markus Bauer (SPD) über die, wie er überzeugt ist, zukunftssichernde Investition, die die Sicherheit von Daten für Bürger gewähre.

Sparsame Technologien

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Um die Betriebskosten des Gebäudes nachhaltig zu minimieren, kamen bei der Gebäudetechnik effiziente und sparsame Technologien zum Einsatz, informiert Kreis-Sprecherin Alexandra Koch in einer Mitteilung. Das Gebäude einschließlich der Rechenzentrumsscheibe werde beispielsweise durch eine Kraft-Wärme-Kopplung mit Strom und Wärme versorgt. Auch werde die anfallende Antriebswärme des Kraftwerks mittels intelligenter Gebäudesteuerung direkt zum Kühlen der Rechenzentrumsscheibe genutzt. Konventionelle Kühltechnik komme nur im Notfall zum Einsatz.

Der Verwaltungsstandort ist neben den Büroflächen für die Mitarbeiter des Fachdienstes Informations- und Kommunikationstechnik mit einem Rechenzentrum ausgestattet. Das ist direkt via Glasfaser mit dem Rechenzentrum am Standort Karlsplatz 37 verbunden. Grundlage aller IT-Dienste für die Nutzer ist der geschaffene Rechenzentrumsverbund in Bernburg. Dafür sind am neuen Standort insgesamt 15 000 Meter Kupfer- und Glasfaserkabel verlegt worden.

Zum jetzigen Zeitpunkt laufen die Arbeiten der Mitarbeiter des Fachdienstes auf Hochtouren, führt Alexandra Koch weiter aus. Die bereits bestehende Infrastruktur soll so angepasst werden, dass die IT-Systeme verteilt auf zwei Standorte gleichläufig funktionieren. Nach der Fertigstellung kann somit der Ausfall eines Standortes aus informationstechnischer Sicht kompensiert werden. Im Notfall stellt die in einem Gebäude befindliche IT-Technik sämtliche Dienste, wenn auch in etwas langsamerer Form, zur Verfügung.

Der Fachdienst selbst betreibt die Standorte als Rechenzentrumsverbund. Alle Daten der Kreisverwaltung, des Eigenbetriebes Jobcenter Salzlandkreis sowie der Schulen in Trägerschaft des Salzlandkreises liegen im Kreisgebiet. Beide Standorte in Haus 1 und 3 stellen die hierfür notwendige Rechen-, Speicher- und Netzwerkkapazität zur Verfügung, wird versichert. Der Salzlandkreis betreibt beispielsweise seit 2007 digitale Archivierung (eAkte) mit aktuell 35 Millionen Seiten sowie insgesamt 110 Fachanwendungen, die eine modern organisierte und effiziente Sachbearbeitung innerhalb der Verwaltung erst ermöglichen.

15 000 Nutzer an 3600 Arbeitsplätzen

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Teile der Fachanwendungen sind hinsichtlich des Schutzbedarfes als „hoch“ beziehungsweise auch „sehr hoch“ eingestuft. Hierunter fallen Fachverfahren zwischen Bund, Ländern und Landkreisen. Beispiele sind die Umsetzung des nationalen Waffenrechtes oder internetbasierte Fahrzeugzulassung (i-Kfz). Durch den Neubau des zweiten Rechenzentrums sowie dem Umzug des Fachdienstes greifen daher neue Konzepte, die das IT-Sicherheitsniveau weiter festigen. Auch bildet der Rechenzentrumsverbund das Fundament für weitere Projekte. So wird etwa die gesamte IT für das Projekt „IT macht Schule“ mit Hilfe des neuen Standortes produziert.

Der Fachdienst Informations- und Kommunikationstechnik des Salzlandkreises produziert IT-Dienstleistungen für insgesamt 15 000 Nutzer an 3600 stationären und mobilen Computerarbeitsplätzen an aktuell 79 Standorten. Dazu gehören die Arbeitsplätze für die Kreisverwaltung, des Eigenbetriebes Jobcenter Salzlandkreis sowie die Schulen des Salzlandkreises.