Barby | Es ist das alte Prinzip: Wenn ich für etwas selbst Hand anlege, fühle ich mich verpflichtet, es zu erhalten. Diese menschliche Eigenschaft hatte die Arbeitsgruppe Elbbrücke (AG) im Hinterkopf, als sie die Pflanzaktion auf die Beine stellte. 57 Bäume überwiegend alter Sorten kamen am Sonnabend in den knochentrockenen Boden des Barbyer Elbwerders, wo es schon vor mehr als hundert Jahren eine Plantage gab, die im Laufe der Zeit zur stark dezimierten Streuobstwiese wurde.

Nach öffentlicher Ankündigung des Vorhabens im Sommer - ursprünglich ging die AG von 20 Bäumen aus - hatte der AG-Projektverantwortliche Steffen Grafe am Ende fast die dreifache Zahl auf seiner Liste. Hinzu kamen vier Bäume, die in der Regie des Naturschutzbundes gepflanzt wurden.

Viele der Baumpaten waren am Sonnabend anwesend, um selbst den Spaten zu bewegen. Wem das nicht möglich war, fand einen Ersatzhelfer.

Bilder

Äpfel und Birnen

„Die Leute konnten sich eine Sorte aussuchen“, deutete Steffen Grafe auf die Erfassungsliste. Auf schön gestalteten Schildern wurde zudem vermerkt, wem die Bäume gewidmet sind. Wobei sich mitunter persönliche Vorlieben ablesen ließen. So wählte der SPD-Ortsverein die Sorte „Rote Sternrenette“, Sympathisanten den „Roten Berlepsch“; die Familie von Dietze, deren Vorfahren in Barby blaublütige preußische Kaiser und Könige beherbergte, die Sorte „Kaiser Wilhelm“. (Was umgekehrt wohl kaum der Fall gewesen wäre ...) Der CDU-Ortsverband bevorzugte die Birnensorte Gute Luise von Avranches. (Was nichts mit der Kopfform des „Kanzlers der Einheit“ zu tun hat ...)

Bürgermeister Torsten Reinharz (parteilos) würdigte die Initiative der Brückenarbeitsgruppe ausdrücklich. Er wolle nun prüfen, inwieweit die Stadt die individuelle Pflege der Obstbäume unterstützen kann.