Hochwasserschäden

Ankündigung nicht eingehalten

Viele Hochwasserschäden in Barby sind noch immer nicht beseitigt. Trotz Zusage.

Von Thomas Linßner

Barby l „Im Laufe des Jahres 2016 sind in Barby folgende Straßensanierungen vorgesehen: Gribehner Weg, Birkenweg, Ziegeleiweg, Hansastraße, Teile der Gethsemanestraße, Steinweg ...“

So sagte es Bürgermeister Jens Strube während des Neujahrsempfangs der Stadt vor einem Jahr. Doch nicht ein einziger dieser Straßenzüge wurde angefasst. „Wir haben langsam aufgehört, uns darüber aufzuregen“, sagt Anwohner Axel Wolf resigniert. Das Natursteinpflaster der Hansastraße, wo er wohnt, hat sich stellenweise um bis zu 15 Zentimeter abgesenkt. Das Schlimme ist, dass reingeflickte Betonkanten mitten auf der Straße diese Absenkung nicht mitmachten und messerscharf aus der Fahrbahn ragen. „Ich habe mir schon einen Reifen zerfahren. Doch die Versicherung übernimmt einen solchen Schaden nicht“, grollt Axel Wolf. Vor einem Jahr hatten er und viele andere Anwohner der Hansastraße der bürgermeisterlichen Anküdigung vertraut. Umso größer ist die Enttäuschung.

Warum geschah in solchen Größenordnungen nichts?

Klaus-Holger Elwert vom beauftragten Planungsbüro begründet das mit Nachbeantragungen von Hochwasserschadensmitteln.

„Insgesamt wurden für zahlreiche Maßnahmen Anfang 2016 Nachanträge über höhere Fördermittel gestellt, da im Zuge der weiteren Planung Mehrkosten festgestellt wurden, die man beim Planungsbeginn und zum Zeitpunkt der ersten Fördermittelbeantragung noch nicht erkennen konnte“, sagt Klaus-Holger Elwert. Zum Beispiel für die Beseitigung schadstoffbelasteter Böden oder für Baugrundverbesserung zur Erhöhung der Tragfähigkeit. „Ein Teil dieser Förderanträge ist im Moment noch nicht beschieden, und vorher darf die Stadt Barby die Bauleistungen nicht ausschreiben“, so der Baufachmann.