Öffentliche Toiletten

Ärger bei Enrico Grube: Keine öffentlichen Toiletten in Schönebeck - Sperrung und Sanierung der WC in Bad Salzelmen und am Friedensplatz

Von Andre Schneider
Verschlossene Türen: Das Toilettenhäuschen am Friedensplatz wird zurzeit repariert. Der Frost hat seine Spuren hinterlassen.
Verschlossene Türen: Das Toilettenhäuschen am Friedensplatz wird zurzeit repariert. Der Frost hat seine Spuren hinterlassen. Foto: Andre Schneider

Schönebeck

Wer im Kurpark in Bad Salzelmen einmal muss, hat gute Karten. Der Betreibe, der Solepark, hält ein ausgeklügeltes Toiletten-Konzept vor.
Wer im Kurpark in Bad Salzelmen einmal muss, hat gute Karten. Der Betreibe, der Solepark, hält ein ausgeklügeltes Toiletten-Konzept vor.
Foto: Andre Schneider
An der Bornstraße in Bad Salzelmen geht nichts. Auch Behinderte können das WC entgegen der städtischen Mitteilung nicht nutzen. Das ärgert Enrico Grube.
An der Bornstraße in Bad Salzelmen geht nichts. Auch Behinderte können das WC entgegen der städtischen Mitteilung nicht nutzen. Das ärgert Enrico Grube.
Foto: Andre Schneider

Die Sache mit dem Geschäft ist so eine Sache. Wer in Schönebeck auf der Suche nach einem Stillen Örtchen ist, kann bisweilen lange suchen. Die Corona-Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft. Enrico Grube hatte im Stadtrat eine Anfrage nach dem Zustand der öffentlichen Toiletten gestellt. Die Antwort gefällt ihm ganz und gar nicht.

Denn wer in Bad Salzelmen seine Notdurft verrichten muss, könnte Probleme bekommen. Zwar gibt es in der Bornstraße eine öffentliche Anlage, doch nutzbar ist sie nicht. Das bestätigt die Stadt in ihrer öffentlich einsehbaren Antwort an den FDP-Stadtrat Enrico Grube (Bunte Fraktion).

Vadalismus in Bad Salzelmen

Die WC-Anlage Bornstraße ist eine so genannte Fertig-WC-Anlage, heißt es in den Schreiben. Angeordnet ist das Gebäude in drei Teilen für Damen, Herren und körperlich stark eingeschränkte. „Durch die Lage des Objektes in einer gering frequentierten Nebenstraße zum Marktplatz Salzelmen gab es mehrfach Vandalismus, welcher auch zukünftig nicht ausgeschlossen werden kann“, so die Stadtverwaltung. Ein Grund, keine Reparaturen vorzunehmen? „Aufgrund dessen sind die rückseitig gelegenen Herren- und Damen-WCs sowie das Pissoir geschlossen. Der heutige bauliche Zustand der Gesamtanlage wird als nicht mehr nutzungsfähig eingeschätzt.“ Das Behinderten-WC steht zur Verfügung. Allerdings ist auch dieses aktuell nicht zugänglich. Das ergab ein Ortstermin mit Enrico Grube.

Der gibt sich mit der Antwort der Stadt nicht zufrieden. „Bei allen größeren Themen sollte man die kleinen auch nicht vergessen“, sagt er. „Was mich stört, ist das Argument des Vandalismus. Nur, weil etwas kaputt gemacht wird, heißt es doch nicht, dass es nicht wieder repariert werden sollte.“ Und alles auf „Corona“ zu schieben sei ebenfalls kein Argument. Ein Lösungsvorschlag könnten zum Beispiel Bezahlautomaten sein. Zumindest könne man einen Plastik-Container als „kostengünstige Variante“, so Grube aufstellen.

Toiletten-Management in Bad Salzelmen

Wer in Bad Salzelmen unterwegs ist, findet am Rande des Kurparks in der Nähe der Eisdiele Hilfe. Die Toiletten werden vom Solepark betrieben. Ein Schild zeigt zudem andere Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe an, sollte die Toilette einmal verschlossen sein. Weitere Möglichkeiten zum Stuhlgang stehen laut dem Schild im Lindenbad, im Kunsthof oder im Solequell zur Verfügung.

Eine weitere öffentliche Toilette finden Besucher am Friedensplatz. Die Anlage in ähnlicher Bauweise wie in Salzelmen wurde 1994 errichtet. Die Hauptnutzung „war auf den Betrieb des Busbahnhofes ausgerichtet“, so die Verwaltung. Die Anlage werde heute allerdings nur noch sehr wenig in Anspruch genommen. Prinzipiell sei die Toilette aber in Ordnung. Bis auf eine Ausnahme: „Durch einen Frostschaden an der Wasserinstallation ist die WC-Anlage geschlossen.“ Das Häuschen soll aber repariert werden. Einschränkungen durch die Pandemie könnten allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Wenn's mal brenzlig wird ... - Kommentar von Andre Schneider

Das ist doch sch...! Entschuldigen Sie bitte den flapsigen Einstieg. Aber er spricht sicherlich dem einen oder anderen Nutzer – oder besser gesagt Nicht-Nutzer – aus der Seele. Wer in Schönebeck einmal muss, für den wird’s brenzlig. Gerade in Corona-Zeiten dürfte sich das Problem mit der Notdurft noch einmal verschärfen. Schließlich haben Gaststätten oder Geschäfte derzeit geschlossen. Was also bleibt, ist das Bitten um Solidarität und Mithilfe. Öffentliche Einrichtungen wie das Rathaus oder das Salzlandmuseum sollten ihre Toiletten für Gäste öffnen. Wie es gehen kann, zeigt der Solepark. Ein ausgeklügeltes und transparentes Toiletten-Management sei dank. Warum nicht auch an anderen Stellen?