Schönebeck/Trakai | Hinter den Besuchern aus Litauen liegen auf ihrer Rückreise nicht nur eine zwölfstündige Busfahrt, sondern fünf ereignisreiche Tage in Schönebeck. Auf Einladung der Mitglieder des Städteparterschaftsvereines war eine Delegation aus der Stadt Trakai, zu der die Elbestadt seit November 2017 freundschaftliche Beziehungen pflegt, zu Gast.

Jugendaustausch geplant

Die Gedanken für den Besuch waren vielfältig. Zum einen wollten sich die Schönebecker für die Gastfreundschaft bedanken, die sie während ihres Aufenthaltes Ende Mai zum Stadtfest und zur 1000-Jahr-Feier Trakais erfahren haben. Zum anderen wollten die Elbestädter ihre Stadt den Gästen aus Litauen präsentieren, um in Erinnerung zu bleiben. Der Grund: Die Stadt Trakai hat insgesamt 16 Partnerstädte in Europa, Asien und dem Nahen Osten.

„Wir hatten aber noch ein anderes Ziel“, berichtete nach Abschluss des Programms der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereines, Markus Baudisch, der Volksstimme. „Unser Wunsch war es, dass wir den Kontakt zwischen den Vereinen Trakais und Schönebecks herstellen.“

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Dies ist den Städtepartnern gelungen. Am Sonntagabend tauschten sich Frank Wedekind, Präsident von Union 1861 und Stadtrat auf der einen Seite und Šarũnas Ũsas, Leiter des Sportzentrums und ebenfalls Stadtrat, auf der anderen Seite aus. „Das Gespräch war sehr angenehm“, freute sich Frank Wedekind. Beide Gesprächspartner können sich vorstellen, Kinder- und Jugendaustausch zwischen beiden Städten zu organisieren und durchzuführen.

Nun im Blickpunkt: Rudern, Kanu und Fußball

Konkret könnte es zunächst um die Sportarten Kanu, Rudern und Fußball gehen. Aber auch um die in Schönebeck bekannte Breakdance-Gruppe, die ab 1. Oktober bei Union 1861 eingegliedert wird. Basis des Austausches können Förderprogramme der Europäischen Union sein.

Über dieses konkrete Resultat freute sich am Montagnachmittag beim Festempfang im Rathaus Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). „Eure Reise nach Schönebeck war dafür gut, die Freundschaft zu vertiefen. Das haben wir geschafft“, so Knoblauch. Er konnte im Rathaus zudem den Honorarkonsul der Republik Litauen, Bernd Moser begrüßen. Er zitierte ein litauisches Sprichwort, das den Schönebeckern in ähnlicher Weise bekannt war: „Ein Blatt mit Erfahrung ist mehr wert als ein Baum mit vielen Ratschlägen.“ Der Honorarkonsul überbrachte die Grüße des litauischen Botschafters in der Bundesrepublik und begrüße die angestrebte Städtepartnerschaft zwischen Trakai und Schönebeck.

Im Namen seiner Delegation bedankte sich Verwaltungsdirektor Darius Kvedaravičius. „Es war ein herzlicher und warmer Empfang. Wir haben viele Bürger der Stadt und der Region kennengelernt und interessante Dinge gesehen“, sagte Kvedaravičius. In seiner Rede stellte er Unterschiede, aber vor allem Gemeinsamkeiten zwischen beiden Städte heraus. „Daraus können wir für die Zukunft lernen.“

Der Erfolg einer Städtepartnerschaft, so Trakais Verwaltungsdirektor, basiere nicht auf das Handeln der großen Politik, sondern viel mehr auf Initiativen der Bürger. „Wenn wir Schönebeck nun verlassen, dann mit der guten Hoffnung, dass wir in Zukunft die Freundschaft weiter vertiefen können.“

Band zwischen Trakai und Schönebeck ist geknü

Einen großen Anteil am Erfolg des Treffens beider Städte haben nicht nur Europäische Union, Sponsoren und Rathaus, die das Programm mit finanziellen Mitteln unterstützten, sondern im großen Maße auch die Gastfamilien, die die Trakaier bei sich zu Hause aufnahmen. „Wir als Städtepartnerschaftsverein können dafür gar nicht genug dankbar sein. Wir wissen, was Sie in den vergangenen Tagen geleistet haben“, machte Markus Baudisch deutlich.

Das Band zwischen Schönebeck und Trakai ist nun geknüpft. Jetzt kommt es darauf an, dass die Freundschaft zwischen beiden Städten gelebt wird: von den Vereinen, von den Menschen. Eines konnte Baudisch in dieser Hinsicht noch versprechen: „Wir als Verein werden allen Initiativen hilfreich zu Seite stehen.“